{
  "id": "physik",
  "title": "Physik verstehen",
  "icon": "🔭",
  "subtitle": "Von Licht und Magneten bis Newton und Radioaktivität — 24 Module mit Klassenstufen-Auswahl, Bildern, Quiz und Versuchen für zu Hause.",
  "grades": [
    {
      "id": "g5-6",
      "label": "Klasse 5–6",
      "hint": "Der Einstieg: Licht, Schatten, Magnete, Stromkreis, Wärme und Schall — nah am Lehrplan der Orientierungsstufe."
    },
    {
      "id": "g7-8",
      "label": "Klasse 7–8",
      "hint": "Kräfte, Reibung, Hebel, Druck, Optik und Elektrizität — hier kommen die ersten Formeln dazu."
    },
    {
      "id": "g9-10",
      "label": "Klasse 9–10",
      "hint": "Bewegung, Newton, Arbeit und Leistung, Wärmelehre und Radioaktivität — Mittelstufe bis Abschluss."
    },
    {
      "id": "extras",
      "label": "Extras",
      "hint": "Steht so in keinem Schulbuch: eine Methode, mit der du jede Physikaufgabe angehen kannst — und die berühmtesten Denkfehler."
    }
  ],
  "modules": [
    {
      "id": "m1",
      "icon": "🔭",
      "color": "#FF8A5C",
      "grade": "g5-6",
      "title": "Was Physik macht",
      "subtitle": "Beobachten, messen, erklären",
      "lessons": [
        {
          "id": "m1l1",
          "title": "Physik ist eine Art zu fragen",
          "content": [
            "Physik ist kein Sammelsurium von Formeln, sondern eine Methode. Sie fragt bei allem, was passiert: Was genau geschieht hier? Lässt sich das messen? Und gilt die Erklärung auch beim nächsten Mal?",
            "Ein Beispiel: Ein Apfel fällt zu Boden. Die alltägliche Erklärung lautet „weil er schwer ist“. Die physikalische Frage lautet: Wie schnell fällt er? Fällt eine Feder anders? Und wenn ja — liegt das am Gewicht oder an der Luft?",
            "Genau diese Nachfragerei hat herausgefunden, dass im Vakuum eine Feder genauso schnell fällt wie ein Hammer. Das haben Astronauten auf dem Mond tatsächlich ausprobiert, weil dort keine Luft bremst. Die Alltagserklärung war falsch, und man merkt es nur, wenn man genau hinschaut.",
            "Deshalb sind die drei Schritte der Physik immer dieselben: **beobachten** (was passiert), **messen** (wie viel genau), **erklären** (welche Regel steckt dahinter). Der dritte Schritt ist nur so gut wie die ersten beiden."
          ],
          "tip": "Physik beginnt nicht mit einer Formel, sondern mit einer guten Frage.",
          "summary": [
            "Physik beginnt nicht mit einer Formel, sondern mit einer guten Frage."
          ]
        },
        {
          "id": "m1l2",
          "title": "Modelle sind Werkzeuge, keine Wahrheit",
          "content": [
            "In der Physik arbeitet man mit Modellen: vereinfachten Bildern der Wirklichkeit. Ein Modell lässt bewusst Dinge weg, damit man rechnen kann. Das ist keine Schummelei, sondern der Trick, mit dem Physik überhaupt funktioniert.",
            "Wenn du berechnest, wie lange ein Ball zum Boden braucht, lässt du die Luft weg. Für einen Stein stimmt das Ergebnis gut, für ein Blatt Papier überhaupt nicht. Das Modell hat also einen Gültigkeitsbereich — und den zu kennen ist wichtiger, als die Formel auswendig zu können.",
            "Deshalb gibt es in der Physik oft mehrere Modelle für dasselbe. Licht kann man als Strahl beschreiben (gut für Spiegel und Linsen) oder als Welle (gut für Farben und Regenbögen). Keines ist „richtiger“ — man nimmt das, mit dem die Frage sich beantworten lässt.",
            "Wenn dir also im Unterricht auffällt, dass zwei Erklärungen sich zu widersprechen scheinen, ist das oft kein Fehler: Es sind zwei Modelle mit verschiedenen Zuständigkeiten."
          ],
          "tip": "Frag bei jedem Modell: Was lässt es weg — und ist das hier erlaubt?",
          "summary": [
            "Frag bei jedem Modell: Was lässt es weg — und ist das hier erlaubt?"
          ]
        },
        {
          "id": "m1l3",
          "title": "Warum Physik im Alltag hilft",
          "content": [
            "Wer versteht, warum ein Fahrradreifen mit weniger Luft schwerer rollt, muss sich das nicht merken — er kann es herleiten. Genau das ist der Unterschied zwischen Auswendiglernen und Verstehen, und er entscheidet in Klassenarbeiten über die Aufgaben, die man vorher nicht geübt hat.",
            "Physik erklärt außerdem Dinge, bei denen man sonst hereinfällt. Warum ein Mikrowellengerät nur Wasser erwärmt und der Teller trotzdem heiß wird. Warum ein Stromkabel bei zu dünnem Querschnitt warm wird. Warum ein Sturz aus zwei Metern Höhe zwanzigmal gefährlicher ist als aus einem halben.",
            "Und sie schützt vor Unsinn. Wer weiß, was Energie ist, erkennt sofort, dass ein Gerät, das „mehr Energie erzeugt als es verbraucht“, nicht funktionieren kann — egal wie überzeugend die Werbung klingt.",
            "In diesem Kurs geht es deshalb nicht nur um Prüfungsstoff, sondern immer auch darum, wo dir die Sache im echten Leben begegnet."
          ],
          "tip": "Wer versteht, muss weniger auswendig lernen — und besteht die Aufgaben, die man nicht geübt hat.",
          "summary": [
            "Wer versteht, muss weniger auswendig lernen — und besteht die Aufgaben, die man nicht geübt hat."
          ]
        }
      ],
      "quiz": [
        {
          "q": "Was sind die drei Schritte physikalischen Arbeitens?",
          "options": [
            "Raten, Rechnen, Aufschreiben",
            "Beobachten, Messen, Erklären",
            "Lesen, Lernen, Prüfen",
            "Fragen, Diskutieren, Abstimmen"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Die Erklärung ist nur so gut wie die Beobachtung und die Messung davor. Deshalb steht sie am Ende, nicht am Anfang."
        },
        {
          "q": "Im Vakuum fallen eine Feder und ein Hammer …",
          "options": [
            "gleich schnell",
            "der Hammer schneller, weil er schwerer ist",
            "die Feder schneller, weil sie leichter ist",
            "gar nicht, weil die Luft fehlt"
          ],
          "correct": 0,
          "explain": "Auf dem Mond wurde das tatsächlich ausprobiert. Im Alltag bremst die Luft die Feder — nicht ihr geringes Gewicht."
        },
        {
          "q": "Was ist ein Modell in der Physik?",
          "options": [
            "Eine besonders genaue Beschreibung der Wirklichkeit",
            "Eine bewusste Vereinfachung mit einem Gültigkeitsbereich",
            "Ein Bausatz zum Nachbauen",
            "Eine Formel ohne Herleitung"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Ein Modell lässt gezielt etwas weg, damit man rechnen kann. Zu wissen, was es weglässt, ist wichtiger als die Formel."
        },
        {
          "q": "Warum gibt es für Licht mehrere Modelle?",
          "options": [
            "Weil sich die Fachleute nicht einig sind",
            "Weil das eine für Spiegel und Linsen taugt, das andere für Farben — je nach Frage",
            "Weil das ältere Modell falsch war",
            "Weil man in der Schule nur das einfache lernen darf"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Strahlenmodell und Wellenmodell haben verschiedene Zuständigkeiten. Man nimmt das, mit dem die Frage sich beantworten lässt."
        },
        {
          "q": "Ein Gerät soll „mehr Energie erzeugen, als es verbraucht“. Was weißt du sofort?",
          "options": [
            "Dass es sehr effizient ist",
            "Dass es nicht funktionieren kann",
            "Dass es teuer sein muss",
            "Dass es Strom spart"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Energie lässt sich umwandeln, aber nicht aus dem Nichts erzeugen. Wer das verstanden hat, braucht die Werbung nicht zu prüfen."
        }
      ],
      "version": "202608041120"
    },
    {
      "id": "m2",
      "icon": "📏",
      "color": "#4ECDC4",
      "grade": "g5-6",
      "title": "Messen",
      "subtitle": "Länge, Zeit, Masse — und wie genau",
      "lessons": [
        {
          "id": "m2l1",
          "title": "Einheiten sind Vereinbarungen",
          "content": [
            "Eine Messung ohne Einheit ist wertlos. „Der Tisch ist 120“ sagt nichts — Zentimeter, Zoll oder Streichhölzer? Deshalb hat man sich weltweit auf Grundeinheiten geeinigt: **Meter** für die Länge, **Sekunde** für die Zeit, **Kilogramm** für die Masse.",
            "Alles andere baut darauf auf. Ein Kubikmeter ist ein Würfel mit einem Meter Kantenlänge. Eine Geschwindigkeit ist Meter pro Sekunde. Wer die Grundeinheiten kennt, kann sich den Rest herleiten, statt ihn zu lernen.",
            "Die Vorsätze sind dabei die halbe Miete: **Kilo** ist das Tausendfache, **Zenti** ein Hundertstel, **Milli** ein Tausendstel. 1 km = 1.000 m, 1 cm = 0,01 m, 1 mm = 0,001 m. Dieselben Vorsätze gelten überall — auch bei Watt, Gramm oder Litern.",
            "In Klassenarbeiten geht der häufigste Punktverlust nicht auf falsches Rechnen zurück, sondern auf vergessene oder falsch umgerechnete Einheiten. Wer am Ende jeder Aufgabe die Einheit prüft, holt sich diese Punkte zurück."
          ],
          "tip": "Kilo = mal 1000, Zenti = geteilt durch 100, Milli = geteilt durch 1000. Immer, überall.",
          "summary": [
            "Kilo = mal 1000, Zenti = geteilt durch 100, Milli = geteilt durch 1000. Immer, überall."
          ]
        },
        {
          "id": "m2l2",
          "title": "Jede Messung hat eine Unsicherheit",
          "content": [
            "Es gibt keine perfekte Messung. Ein Lineal hat Millimeterstriche, also kannst du auf etwa einen halben Millimeter genau ablesen. Eine Stoppuhr, die du von Hand drückst, ist auf etwa zwei Zehntelsekunden genau — weil deine Reaktionszeit dazukommt.",
            "Deshalb schreibt man Ergebnisse nicht genauer auf, als man gemessen hat. Wenn du mit einem Lineal 12,4 cm misst, ist „12,4173 cm“ falsch, auch wenn der Taschenrechner das anzeigt. Die Extraziffern täuschen eine Genauigkeit vor, die es nicht gibt.",
            "Mehrfach messen hilft: Drei Messungen, den Mittelwert nehmen. Weichen die Werte stark voneinander ab, war entweder das Messen ungenau oder es hat sich etwas verändert — beides ist eine wichtige Information.",
            "Und unterscheide zwei Fehlerarten: **zufällige** Fehler streuen mal nach oben, mal nach unten (die gleicht der Mittelwert aus) und **systematische** Fehler gehen immer in dieselbe Richtung — etwa ein Lineal, das erst bei 0,5 cm anfängt. Die gleicht kein Mittelwert aus, die muss man finden."
          ],
          "tip": "Nie genauer aufschreiben, als du gemessen hast. Der Taschenrechner weiß nicht, wie gut dein Lineal ist.",
          "summary": [
            "Nie genauer aufschreiben, als du gemessen hast. Der Taschenrechner weiß nicht, wie gut dein Lineal ist."
          ]
        },
        {
          "id": "m2l3",
          "title": "Größenordnungen abschätzen",
          "content": [
            "Eine der nützlichsten Fähigkeiten überhaupt: grob abschätzen, ob ein Ergebnis überhaupt sein kann. Ein Mensch ist etwa 1,7 m groß, ein Auto 4 m lang, ein Schulweg vielleicht 2 km. Wer solche Anker im Kopf hat, merkt sofort, wenn eine Rechnung um den Faktor 1000 danebenliegt.",
            "Das rettet in Klassenarbeiten regelmäßig Punkte. Wenn bei „Wie schnell fährt das Fahrrad?“ 5.000 km/h herauskommt, muss ein Rechenfehler drin sein — schneller als ein Flugzeug fährt niemand mit dem Rad. Diese Kontrolle dauert fünf Sekunden.",
            "Ein paar Anker, die sich zu merken lohnen: Ein Schritt ist etwa 70 cm. Eine Flasche Wasser wiegt 1 kg. Ein Stockwerk ist etwa 3 m hoch. Ein Herzschlag dauert ungefähr eine Sekunde. Schall ist etwa 340 m/s schnell, Licht rund 300.000 km/s.",
            "Abschätzen ist übrigens keine Schummelei, sondern eine eigene Disziplin. Fachleute rechnen so, bevor sie genau rechnen — weil man sonst gar nicht merkt, ob das genaue Ergebnis Unsinn ist."
          ],
          "tip": "Vor dem Rechnen kurz schätzen. Wer die Größenordnung kennt, erkennt Rechenfehler sofort.",
          "summary": [
            "Vor dem Rechnen kurz schätzen. Wer die Größenordnung kennt, erkennt Rechenfehler sofort."
          ]
        }
      ],
      "quiz": [
        {
          "q": "Was sind die drei Grundeinheiten für Länge, Zeit und Masse?",
          "options": [
            "Zentimeter, Minute, Gramm",
            "Meter, Sekunde, Kilogramm",
            "Kilometer, Stunde, Tonne",
            "Millimeter, Sekunde, Gramm"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Alles andere baut darauf auf: Ein Kubikmeter ist ein Würfel mit 1 m Kante, eine Geschwindigkeit ist Meter pro Sekunde."
        },
        {
          "q": "Wie viele Millimeter sind 3,5 Meter?",
          "options": [
            "35 mm",
            "350 mm",
            "3.500 mm",
            "35.000 mm"
          ],
          "correct": 2,
          "explain": "Milli heißt ein Tausendstel, also hat ein Meter 1.000 mm. 3,5 · 1.000 = 3.500 mm."
        },
        {
          "q": "Du misst mit einem Lineal 12,4 cm. Wie schreibst du das Ergebnis auf?",
          "options": [
            "12,4 cm",
            "12,4173 cm, wie der Taschenrechner zeigt",
            "12 cm, alles andere ist unsicher",
            "12,40000 cm"
          ],
          "correct": 0,
          "explain": "Nie genauer aufschreiben, als das Messgerät hergibt. Zusätzliche Ziffern täuschen eine Genauigkeit vor, die es nicht gibt."
        },
        {
          "q": "Dein Lineal ist am Anfang abgebrochen und beginnt bei 0,5 cm. Was für ein Fehler ist das?",
          "options": [
            "Ein zufälliger Fehler, den der Mittelwert ausgleicht",
            "Ein systematischer Fehler — er geht immer in dieselbe Richtung",
            "Gar kein Fehler",
            "Ein Ablesefehler"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Systematische Fehler verschieben jede Messung gleich. Mehrfach messen hilft dagegen nicht — man muss die Ursache finden."
        },
        {
          "q": "Bei einer Aufgabe kommt für ein Fahrrad 5.000 km/h heraus. Was tust du?",
          "options": [
            "Das Ergebnis hinschreiben, der Taschenrechner rechnet richtig",
            "Nach dem Rechenfehler suchen — die Größenordnung kann nicht stimmen",
            "Durch 100 teilen",
            "Die Einheit weglassen"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Die Abschätzung dauert fünf Sekunden und rettet regelmäßig Punkte. Schneller als ein Flugzeug fährt kein Fahrrad."
        }
      ],
      "version": "202608041120"
    },
    {
      "id": "m3",
      "icon": "🔦",
      "color": "#845EC2",
      "grade": "g5-6",
      "title": "Licht und Schatten",
      "subtitle": "Warum Licht geradeaus läuft",
      "lessons": [
        {
          "id": "m3l1",
          "title": "Lichtquellen und beleuchtete Körper",
          "content": [
            "Man muss zwei Dinge unterscheiden: Körper, die selbst leuchten, und Körper, die nur zurückwerfen. Die Sonne, eine Lampe und ein Feuer sind **Lichtquellen**. Der Mond, ein Buch und dein Gesicht sind **beleuchtete Körper** — sie leuchten nicht, sie werfen Licht zurück.",
            "Das klingt selbstverständlich und wird trotzdem oft verwechselt. Der Mond „scheint“ nicht, er spiegelt Sonnenlicht. Deshalb hat er Phasen: Wir sehen jeweils nur den Teil, der gerade von der Sonne angestrahlt wird und uns zugewandt ist.",
            "Sehen funktioniert nur, wenn Licht von einem Gegenstand in dein Auge gelangt. In einem völlig dunklen Raum siehst du nichts — nicht weil deine Augen zu schwach wären, sondern weil kein Licht ankommt. Auch Katzen sehen im absolut dunklen Raum nichts; sie brauchen nur sehr wenig Licht.",
            "Merke: Man sieht keine Gegenstände, man sieht Licht, das von ihnen kommt."
          ],
          "tip": "Der Mond leuchtet nicht — er wirft Sonnenlicht zurück. Deshalb hat er Phasen.",
          "summary": [
            "Der Mond leuchtet nicht — er wirft Sonnenlicht zurück. Deshalb hat er Phasen."
          ]
        },
        {
          "id": "m3l2",
          "title": "Licht läuft geradeaus",
          "content": [
            "In einem gleichmäßigen Stoff — Luft, Wasser, Glas — breitet sich Licht **geradlinig** aus. Das siehst du an Sonnenstrahlen, die durch Wolkenlücken fallen, oder an einem Laserpointer im Nebel.",
            "Aus dieser einen Tatsache folgt der ganze Schatten. Ein Gegenstand hält das Licht auf, und dahinter bleibt ein Bereich dunkel, in den kein Strahl mehr gelangt. Weil Licht nicht um Ecken läuft, hat der Schatten die Form des Gegenstands.",
            "Bei einer sehr kleinen Lichtquelle entsteht ein scharfer Schatten, der **Kernschatten**. Bei einer großen Lichtquelle — etwa einer langen Deckenlampe — gibt es außerdem einen Bereich, den nur ein Teil der Lampe erreicht: der **Halbschatten** mit weichem Rand.",
            "Genau das erklärt Sonnenfinsternisse: Der Mond schiebt sich vor die Sonne und wirft seinen Schatten auf die Erde. Wer im Kernschatten steht, sieht die Sonne ganz verdeckt; wer im Halbschatten steht, nur teilweise."
          ],
          "tip": "Kleine Lichtquelle heißt scharfer Schatten, große Lichtquelle heißt weicher Rand.",
          "summary": [
            "Kleine Lichtquelle heißt scharfer Schatten, große Lichtquelle heißt weicher Rand."
          ]
        },
        {
          "id": "m3l3",
          "title": "Schatten in der Praxis",
          "content": [
            "Die Größe des Schattens hängt von den Abständen ab. Je näher der Gegenstand an der Lichtquelle ist, desto größer wird sein Schatten. Halte die Hand dicht an eine Taschenlampe, und der Schatten füllt die halbe Wand.",
            "Das kannst du zum Messen benutzen — genau das haben schon die alten Griechen gemacht. Wenn du die Höhe eines Baumes wissen willst, stellst du einen Stock daneben. Der Stock ist 1 m hoch und wirft 2 m Schatten, der Baum wirft 16 m Schatten — dann ist er 8 m hoch.",
            "Auch die Uhrzeit lässt sich am Schatten ablesen: Eine Sonnenuhr nutzt aus, dass die Sonne im Lauf des Tages ihre Richtung ändert und der Schatten dadurch wandert.",
            "Und im Alltag: Wer bei Dunkelheit auf der Straße unterwegs ist, sollte daran denken, dass er in seinem eigenen Schatten schlecht sichtbar ist, wenn eine Lichtquelle hinter ihm steht. Helle Kleidung und Reflektoren wirken genau deshalb."
          ],
          "tip": "Baumhöhe messen: Stock daneben stellen und die Schattenlängen ins Verhältnis setzen.",
          "summary": [
            "Baumhöhe messen: Stock daneben stellen und die Schattenlängen ins Verhältnis setzen."
          ]
        }
      ],
      "quiz": [
        {
          "q": "Welcher davon ist eine Lichtquelle?",
          "options": [
            "Der Mond",
            "Ein Spiegel",
            "Eine Kerze",
            "Eine weiße Wand"
          ],
          "correct": 2,
          "explain": "Mond, Spiegel und Wand leuchten nicht selbst — sie werfen Licht zurück. Nur die Kerze erzeugt eigenes Licht."
        },
        {
          "q": "Warum entsteht ein Schatten?",
          "options": [
            "Weil Licht sich geradlinig ausbreitet und nicht um Ecken läuft",
            "Weil dunkle Gegenstände Dunkelheit abgeben",
            "Weil Licht von Gegenständen angezogen wird",
            "Weil die Luft dahinter kälter ist"
          ],
          "correct": 0,
          "explain": "Der Gegenstand hält die Strahlen auf, und dahinter kommt keiner mehr an. Deshalb hat der Schatten seine Form."
        },
        {
          "q": "Wann bekommt ein Schatten einen weichen Rand?",
          "options": [
            "Wenn die Lichtquelle sehr klein ist",
            "Wenn die Lichtquelle groß ist — dann gibt es einen Halbschatten",
            "Wenn der Gegenstand durchsichtig ist",
            "Wenn es draußen kalt ist"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Bei großer Lichtquelle erreicht nur ein Teil des Lichts den Randbereich. Das ist der Halbschatten."
        },
        {
          "q": "Ein 1 m hoher Stock wirft 2 m Schatten, ein Baum 16 m. Wie hoch ist der Baum?",
          "options": [
            "4 m",
            "8 m",
            "16 m",
            "32 m"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Die Verhältnisse sind gleich: Schatten ist doppelt so lang wie die Höhe. 16 m Schatten bedeuten 8 m Höhe."
        },
        {
          "q": "Was passiert mit dem Schatten deiner Hand, wenn du sie näher an die Taschenlampe hältst?",
          "options": [
            "Er wird kleiner",
            "Er wird größer",
            "Er bleibt gleich",
            "Er verschwindet"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Je näher an der Lichtquelle, desto größer der Schatten — die Strahlen laufen von dort aus auseinander."
        }
      ],
      "version": "202608041120"
    },
    {
      "id": "m4",
      "icon": "🪞",
      "color": "#00B8A9",
      "grade": "g5-6",
      "title": "Spiegel",
      "subtitle": "Reflexion und wo das Bild steckt",
      "lessons": [
        {
          "id": "m4l1",
          "title": "Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel",
          "content": [
            "Trifft Licht auf einen Spiegel, wird es zurückgeworfen — und zwar nach einer sehr einfachen Regel: Der **Einfallswinkel ist gleich dem Ausfallswinkel**. Gemessen werden beide zum Lot, also zur gedachten Senkrechten auf der Spiegelfläche.",
            "Das ist die gesamte Physik des ebenen Spiegels. Wer diese eine Regel beherrscht, kann jeden Strahlengang konstruieren — beim Rückspiegel im Auto, beim Periskop, beim Billardtisch (dort gilt für die Bande dasselbe Prinzip).",
            "Deshalb siehst du im Rückspiegel den Fahrer hinter dir genau dann, wenn er dich auch sieht. Der Weg des Lichts ist umkehrbar: Ein Strahl, der von A nach B läuft, könnte genauso von B nach A laufen.",
            "Wichtig für Zeichnungen: Das Lot steht **senkrecht auf dem Spiegel**, nicht senkrecht im Raum. Bei einem schräg hängenden Spiegel kippt es mit."
          ],
          "tip": "Winkel immer zum Lot messen, nicht zur Spiegelfläche. Das ist der häufigste Zeichenfehler.",
          "summary": [
            "Winkel immer zum Lot messen, nicht zur Spiegelfläche. Das ist der häufigste Zeichenfehler."
          ]
        },
        {
          "id": "m4l2",
          "title": "Warum das Bild hinter dem Spiegel liegt",
          "content": [
            "Wenn du in den Spiegel schaust, scheint dein Bild hinter der Glasfläche zu stehen — genauso weit dahinter, wie du davor stehst. Dort ist aber nichts. Man nennt das ein **virtuelles Bild**: Dein Gehirn verlängert die ankommenden Strahlen geradlinig nach hinten, weil es Licht immer als geradeaus kommend deutet.",
            "Daraus folgt eine überraschende Konsequenz, die man leicht selbst prüfen kann: Um dich in voller Größe zu sehen, brauchst du nur einen Spiegel von **halber Körpergröße**. Und dieser Wert ändert sich nicht, wenn du näher herangehst oder weiter weg.",
            "Ebenfalls oft falsch verstanden: Ein Spiegel vertauscht nicht links und rechts. Er vertauscht vorne und hinten. Dass es sich wie links-rechts anfühlt, liegt daran, dass wir uns im Bild gedanklich umdrehen — und dabei die Achse selbst vertauschen.",
            "Bei Schrift wird das deutlich: Im Spiegel steht Schrift nicht „seitenverkehrt, weil Spiegel das machen“, sondern weil du das Blatt umdrehen musst, um es dem Spiegel zu zeigen."
          ],
          "tip": "Ein Spiegel von halber Körpergröße reicht immer — egal wie weit du weg stehst.",
          "summary": [
            "Ein Spiegel von halber Körpergröße reicht immer — egal wie weit du weg stehst."
          ]
        },
        {
          "id": "m4l3",
          "title": "Glatt und rau",
          "content": [
            "Warum spiegelt eine Wasseroberfläche, eine Wand aber nicht? Beide werfen Licht zurück. Der Unterschied liegt in der Oberfläche: Bei einer **glatten** Fläche werden alle Strahlen in dieselbe Richtung zurückgeworfen — das ergibt ein Bild. Bei einer **rauen** Fläche zeigt jeder winzige Bereich in eine andere Richtung, und das Licht wird in alle Richtungen gestreut.",
            "Genau deshalb kannst du eine Wand aus jeder Position sehen, einen Spiegel aber nur aus bestimmten Winkeln. Streuung ist also nichts Schlechtes — ohne sie wäre die Welt schwer zu sehen.",
            "Das erklärt auch nasse Straßen bei Nacht: Wasser füllt die rauen Vertiefungen und macht die Fläche glatt. Dadurch wird das Scheinwerferlicht nicht mehr gestreut, sondern gerichtet zurückgeworfen — die Fahrbahnmarkierungen verschwinden, und entgegenkommende Lichter blenden stärker.",
            "Und ein Alltagstest: Papier wirkt matt, weil es rau ist. Glanzpapier ist glatt — halte es flach vor eine Lampe und du siehst tatsächlich ein verschwommenes Spiegelbild."
          ],
          "tip": "Glatt heißt Bild, rau heißt Streuung. Nasse Straßen sind gefährlich, weil sie glatt werden — optisch wie mechanisch.",
          "summary": [
            "Glatt heißt Bild, rau heißt Streuung. Nasse Straßen sind gefährlich, weil sie glatt werden — optisch wie mechanisch."
          ]
        }
      ],
      "quiz": [
        {
          "q": "Wie lautet das Reflexionsgesetz?",
          "options": [
            "Einfallswinkel ist gleich Ausfallswinkel, gemessen zum Lot",
            "Der Ausfallswinkel ist doppelt so groß",
            "Licht wird immer senkrecht zurückgeworfen",
            "Der Winkel hängt von der Farbe ab"
          ],
          "correct": 0,
          "explain": "Beide Winkel werden zum Lot gemessen, also zur Senkrechten auf der Spiegelfläche — nicht zur Fläche selbst."
        },
        {
          "q": "Wie groß muss ein Spiegel mindestens sein, damit du dich ganz siehst?",
          "options": [
            "So groß wie du selbst",
            "Halb so groß wie du",
            "Ein Drittel deiner Größe",
            "Das hängt vom Abstand ab"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Die halbe Körpergröße genügt — und dieser Wert ändert sich nicht, wenn du näher herangehst oder zurücktrittst."
        },
        {
          "q": "Was vertauscht ein Spiegel wirklich?",
          "options": [
            "Links und rechts",
            "Oben und unten",
            "Vorne und hinten",
            "Gar nichts"
          ],
          "correct": 2,
          "explain": "Der Links-rechts-Eindruck entsteht erst dadurch, dass wir uns im Bild gedanklich umdrehen — und dabei die Achse mitdrehen."
        },
        {
          "q": "Was ist ein virtuelles Bild?",
          "options": [
            "Ein Bild, das auf einem Bildschirm entsteht",
            "Ein Bild, das dort zu sein scheint, wo in Wirklichkeit nichts ist",
            "Ein besonders scharfes Bild",
            "Ein Bild aus farbigem Licht"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Das Gehirn verlängert die ankommenden Strahlen geradlinig nach hinten. Hinter dem Spiegel befindet sich nichts."
        },
        {
          "q": "Warum blendet nasses Straßenpflaster nachts stärker?",
          "options": [
            "Weil Wasser leuchtet",
            "Weil Wasser die raue Fläche glättet und Licht gerichtet zurückwirft",
            "Weil die Scheinwerfer heller eingestellt sind",
            "Weil Wasser Licht verstärkt"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Statt Streuung in alle Richtungen gibt es gerichtete Reflexion — deshalb verschwinden auch die Fahrbahnmarkierungen."
        }
      ],
      "version": "202608041120"
    },
    {
      "id": "m5",
      "icon": "🧲",
      "color": "#F9A826",
      "grade": "g5-6",
      "title": "Magnete",
      "subtitle": "Pole, Felder und der Kompass",
      "lessons": [
        {
          "id": "m5l1",
          "title": "Zwei Pole, immer beide",
          "content": [
            "Jeder Magnet hat zwei Pole: einen **Nordpol** und einen **Südpol**. Gleiche Pole stoßen sich ab, ungleiche ziehen sich an. Das ist die Grundregel, aus der alles Weitere folgt.",
            "Ein Magnet lässt sich nicht in einen Nord- und einen Südteil zersägen. Zerbrichst du einen Stabmagneten in der Mitte, hast du zwei vollständige Magnete mit je zwei Polen. Auch die kleinsten Stücke behalten beide Pole — anders als bei elektrischer Ladung, wo Plus und Minus getrennt vorkommen.",
            "Magnetisch anziehen lassen sich nur wenige Stoffe, vor allem **Eisen, Nickel und Kobalt**. Aluminium, Kupfer, Gold und Plastik nicht. Deshalb funktioniert der Magnet an einer Konservendose (Eisenblech), aber nicht an einer Getränkedose aus Aluminium — ein guter Test beim Mülltrennen.",
            "Ein Stück Eisen wird in der Nähe eines Magneten selbst vorübergehend magnetisch. Deshalb kann eine Kette aus Büroklammern am Magneten hängen, obwohl nur die oberste ihn berührt."
          ],
          "tip": "Zersägte Magnete haben wieder zwei Pole. Einen einzelnen Nordpol gibt es nicht.",
          "summary": [
            "Zersägte Magnete haben wieder zwei Pole. Einen einzelnen Nordpol gibt es nicht."
          ]
        },
        {
          "id": "m5l2",
          "title": "Das Magnetfeld",
          "content": [
            "Ein Magnet wirkt, ohne etwas zu berühren. Den Raum, in dem er wirkt, nennt man **Magnetfeld**. Sichtbar machen kann man es mit Eisenspänen auf einem Blatt Papier: Sie ordnen sich entlang der Feldlinien an, die vom Nordpol zum Südpol verlaufen.",
            "Feldlinien sind ein Modell, keine echten Fäden. Sie zeigen zwei Dinge: die **Richtung** der Kraft und — über ihren Abstand — die **Stärke**. Wo sie dicht beieinanderliegen, ist das Feld stark; das ist an den Polen der Fall.",
            "Das Feld durchdringt viele Stoffe. Ein Magnet wirkt durch Papier, Holz und Glas hindurch — deshalb hält ein Kühlschrankmagnet auch einen Zettel fest. Abschirmen lässt sich das Feld am besten mit Eisen, das die Feldlinien in sich hineinzieht.",
            "Und die Stärke nimmt mit dem Abstand sehr schnell ab. Doppelter Abstand bedeutet nicht halbe Kraft, sondern deutlich weniger. Deshalb muss ein Magnet fast anliegen, um kräftig zu halten."
          ],
          "tip": "Feldlinien sind ein Bild, kein Ding. Dicht heißt stark, und an den Polen ist es am dichtesten.",
          "summary": [
            "Feldlinien sind ein Bild, kein Ding. Dicht heißt stark, und an den Polen ist es am dichtesten."
          ]
        },
        {
          "id": "m5l3",
          "title": "Die Erde als Magnet",
          "content": [
            "Die Erde selbst wirkt wie ein riesiger Magnet. Deshalb richtet sich eine frei drehbare Magnetnadel immer in dieselbe Richtung aus — das ist der **Kompass**, seit rund tausend Jahren das wichtigste Navigationswerkzeug der Seefahrt.",
            "Hier steckt eine Verwirrung, die man einmal verstanden haben sollte: Die Nadelspitze, die nach Norden zeigt, ist der Nordpol der Nadel. Ungleiche Pole ziehen sich an — also muss am geografischen Nordpol der Erde magnetisch ein **Südpol** liegen. Die Bezeichnungen sind historisch gewachsen, nicht falsch gedacht.",
            "Der magnetische Pol liegt außerdem nicht genau am geografischen. Die Abweichung heißt Missweisung und ändert sich langsam, weil das Erdmagnetfeld nicht stillsteht — Landkarten für die Navigation geben sie deshalb an.",
            "Das Erdmagnetfeld hat noch eine zweite, wichtigere Aufgabe: Es lenkt einen Großteil der geladenen Teilchen ab, die von der Sonne kommen. In Polnähe treffen einige davon auf die Lufthülle — das sieht man als Polarlicht."
          ],
          "tip": "Am geografischen Nordpol liegt magnetisch ein Südpol — sonst würde die Kompassnadel nicht dorthin zeigen.",
          "summary": [
            "Am geografischen Nordpol liegt magnetisch ein Südpol — sonst würde die Kompassnadel nicht dorthin zeigen."
          ]
        }
      ],
      "quiz": [
        {
          "q": "Was passiert, wenn du einen Stabmagneten in der Mitte zerbrichst?",
          "options": [
            "Du hast einen Nordpol und einen Südpol getrennt",
            "Du hast zwei vollständige Magnete mit je zwei Polen",
            "Beide Teile verlieren ihre Wirkung",
            "Nur ein Teil bleibt magnetisch"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Einen einzelnen magnetischen Pol gibt es nicht — anders als bei elektrischer Ladung, wo Plus und Minus getrennt vorkommen."
        },
        {
          "q": "Welche Stoffe zieht ein Magnet an?",
          "options": [
            "Alle Metalle",
            "Vor allem Eisen, Nickel und Kobalt",
            "Nur Aluminium und Kupfer",
            "Alle glänzenden Stoffe"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Deshalb hält der Magnet an der Konservendose aus Eisenblech, nicht aber an der Getränkedose aus Aluminium."
        },
        {
          "q": "Was zeigen die Feldlinien eines Magneten?",
          "options": [
            "Nur die Richtung der Kraft",
            "Richtung der Kraft und — über ihren Abstand — die Stärke",
            "Die Temperatur des Magneten",
            "Aus welchem Material er besteht"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Feldlinien sind ein Modell, keine echten Fäden. Dicht beieinander heißt starkes Feld — das ist an den Polen so."
        },
        {
          "q": "Welcher magnetische Pol liegt am geografischen Nordpol der Erde?",
          "options": [
            "Ein Nordpol",
            "Ein Südpol",
            "Beide gleichzeitig",
            "Gar keiner"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Die Kompassnadel zeigt mit ihrem Nordpol dorthin, und ungleiche Pole ziehen sich an. Die Namen sind historisch gewachsen."
        },
        {
          "q": "Wozu ist das Erdmagnetfeld außer für den Kompass noch wichtig?",
          "options": [
            "Es hält die Lufthülle fest",
            "Es lenkt geladene Teilchen von der Sonne ab",
            "Es erzeugt die Schwerkraft",
            "Es sorgt für die Jahreszeiten"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "In Polnähe treffen einige dieser Teilchen doch auf die Lufthülle — das sehen wir als Polarlicht."
        }
      ],
      "version": "202608041120"
    },
    {
      "id": "m6",
      "icon": "🔌",
      "color": "#FF6B9D",
      "grade": "g5-6",
      "title": "Der Stromkreis",
      "subtitle": "Wann Strom überhaupt fließt",
      "lessons": [
        {
          "id": "m6l1",
          "title": "Der Kreis muss geschlossen sein",
          "content": [
            "Strom fließt nur, wenn es einen **geschlossenen Kreis** gibt: von der Quelle durch das Gerät und wieder zurück zur Quelle. Fehlt irgendwo ein Stück — ein offener Schalter, ein gerissener Draht —, fließt nirgendwo Strom, auch nicht in den übrigen Teilen.",
            "Das ist der häufigste Denkfehler beim Thema Strom: Viele stellen sich vor, Strom werde von der Batterie „ausgesendet“ und im Gerät verbraucht. Tatsächlich fließt in beiden Leitungen gleich viel; es wird keine Ladung verbraucht, sondern **Energie umgewandelt**.",
            "Ein Bild, das gut trägt: eine Fahrradkette. Wenn du am Pedal drehst, bewegt sich die ganze Kette gleichzeitig. Es geht vorne nicht mehr Kette hinein, als hinten herauskommt — aber am Hinterrad wird Arbeit verrichtet.",
            "Deshalb braucht jedes Gerät zwei Anschlüsse. Eine Lampe mit nur einem Draht leuchtet nicht, egal wie stark die Batterie ist."
          ],
          "figure": {
            "src": "/courses/img/physik/stromkreis.svg",
            "alt": "Stromkreis mit Batterie, Schalter und Lampe",
            "caption": "Quelle, Schalter und Lampe bilden einen geschlossenen Kreis. Ist der Schalter offen, fließt nirgendwo Strom."
          },
          "tip": "Strom wird nicht verbraucht, Energie wird umgewandelt. In beiden Leitungen fließt gleich viel.",
          "summary": [
            "Strom wird nicht verbraucht, Energie wird umgewandelt. In beiden Leitungen fließt gleich viel."
          ]
        },
        {
          "id": "m6l2",
          "title": "Leiter und Nichtleiter",
          "content": [
            "Stoffe, durch die Strom gut fließt, heißen **Leiter**: alle Metalle, besonders Kupfer und Silber, außerdem Salzwasser und der menschliche Körper. Stoffe, die den Strom aufhalten, heißen **Nichtleiter** oder Isolatoren: Kunststoff, Glas, trockenes Holz, Gummi, Luft.",
            "Deshalb sind Kabel innen aus Kupfer und außen aus Kunststoff. Das eine leitet den Strom dorthin, wo er hin soll, das andere hält ihn davon ab, woanders hinzugehen — zum Beispiel in deine Hand.",
            "Sicherheitsrelevant ist, dass **Wasser mit gelösten Stoffen leitet**. Reines destilliertes Wasser leitet kaum, aber Leitungswasser, Schweiß und Badewasser leiten gut. Genau deshalb sind Steckdosen im Bad besonders geschützt und gehören Föhn und Badewanne niemals zusammen.",
            "Ein Sonderfall ist Luft: normalerweise ein guter Isolator, aber bei sehr hoher Spannung schlägt der Strom trotzdem durch. Das ist ein Blitz — und der Grund, warum man Hochspannungsanlagen auch ohne Berührung nicht nahekommen darf."
          ],
          "tip": "Leitungswasser leitet, destilliertes kaum. Im Bad zählt immer die erste Variante.",
          "summary": [
            "Leitungswasser leitet, destilliertes kaum. Im Bad zählt immer die erste Variante."
          ]
        },
        {
          "id": "m6l3",
          "title": "Schaltzeichen lesen",
          "content": [
            "Damit alle dasselbe verstehen, zeichnet man Stromkreise nicht als Bild, sondern mit **genormten Schaltzeichen**. Die Quelle ist ein langer und ein kurzer Strich, die Lampe ein Kreis mit Kreuz, der Schalter eine Linie, die abhebt, der Widerstand ein Rechteck.",
            "Die Verbindungen zeichnet man als gerade Linien mit rechten Winkeln — nicht, weil Strom nur rechtwinklig fließt, sondern weil der Plan dadurch lesbar bleibt. Die tatsächliche Form der Kabel spielt keine Rolle.",
            "Wichtig ist nur, **was womit verbunden ist**. Ein Schaltplan ist kein Bauplan: Zwei Zeichnungen, die völlig verschieden aussehen, können denselben Stromkreis darstellen.",
            "Für Klassenarbeiten lohnt es sich, die sechs bis acht wichtigsten Zeichen sicher zu können. Wer den Plan lesen kann, versteht die Aufgabe — wer raten muss, verliert Zeit an der falschen Stelle."
          ],
          "tip": "Ein Schaltplan zeigt Verbindungen, nicht Formen. Zwei ganz verschieden aussehende Pläne können dasselbe bedeuten.",
          "summary": [
            "Ein Schaltplan zeigt Verbindungen, nicht Formen. Zwei ganz verschieden aussehende Pläne können dasselbe bedeuten."
          ]
        }
      ],
      "quiz": [
        {
          "q": "Wann fließt in einem Stromkreis Strom?",
          "options": [
            "Wenn die Batterie stark genug ist",
            "Nur wenn der Kreis vollständig geschlossen ist",
            "Sobald ein Draht an der Batterie hängt",
            "Wenn das Gerät eingeschaltet aussieht"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Fehlt irgendwo ein Stück, fließt nirgendwo Strom — auch nicht in den übrigen Teilen des Kreises."
        },
        {
          "q": "Was wird in einer Lampe „verbraucht“?",
          "options": [
            "Strom — hinten kommt weniger heraus",
            "Nichts, es wird Energie umgewandelt; der Strom ist in beiden Leitungen gleich",
            "Die Ladung der Batterie fließt nur in eine Richtung",
            "Elektronen werden vernichtet"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Wie bei der Fahrradkette: Es geht vorne nicht mehr hinein als hinten heraus — trotzdem wird Arbeit verrichtet."
        },
        {
          "q": "Welcher Stoff ist ein guter Isolator?",
          "options": [
            "Kupfer",
            "Salzwasser",
            "Gummi",
            "Aluminium"
          ],
          "correct": 2,
          "explain": "Deshalb sind Kabel innen aus Kupfer (leitet) und außen aus Kunststoff oder Gummi (isoliert)."
        },
        {
          "q": "Warum sind Elektrogeräte im Badezimmer besonders gefährlich?",
          "options": [
            "Weil es dort wärmer ist",
            "Weil Leitungswasser und Schweiß den Strom gut leiten",
            "Weil die Leitungen dort dünner sind",
            "Weil Fliesen elektrisch aufgeladen sind"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Destilliertes Wasser leitet kaum, Leitungswasser mit gelösten Stoffen dagegen gut — und im Bad hast du immer letzteres."
        },
        {
          "q": "Was zeigt ein Schaltplan?",
          "options": [
            "Wie die Bauteile aussehen",
            "Wo genau die Kabel liegen",
            "Was womit verbunden ist",
            "Wie groß die Bauteile sind"
          ],
          "correct": 2,
          "explain": "Deshalb können zwei völlig verschieden aussehende Zeichnungen denselben Stromkreis darstellen."
        }
      ],
      "version": "202608041120"
    },
    {
      "id": "m7",
      "icon": "🌡️",
      "color": "#6C5CE7",
      "grade": "g5-6",
      "title": "Temperatur und Wärme",
      "subtitle": "Zwei Dinge, die oft verwechselt werden",
      "lessons": [
        {
          "id": "m7l1",
          "title": "Temperatur ist nicht Wärme",
          "content": [
            "Ein Funke aus dem Lagerfeuer hat über 800 °C, tut auf der Haut aber kaum weh. Eine Tasse Tee hat 80 °C und verbrüht dich. Wie passt das zusammen? Weil **Temperatur** und **Wärme** zwei verschiedene Dinge sind.",
            "Die Temperatur sagt, wie heftig sich die Teilchen bewegen. Die Wärme sagt, wie viel Energie insgesamt drinsteckt — und die hängt zusätzlich davon ab, **wie viele** Teilchen da sind. Der Funke hat sehr schnelle Teilchen, aber fast keine; der Tee hat langsamere Teilchen, davon aber Milliarden mal mehr.",
            "Deshalb kühlt eine Tasse Tee langsamer aus als ein Teelöffel voll Tee, obwohl beide gleich heiß sind. Und deshalb heizt man ein Zimmer nicht mit einem sehr heißen kleinen Gegenstand, sondern mit einem großen mäßig warmen Heizkörper.",
            "Gemessen wird die Temperatur in **Grad Celsius**: 0 °C ist der Gefrierpunkt von Wasser, 100 °C der Siedepunkt bei normalem Luftdruck. In der Physik nutzt man oft **Kelvin**; dort liegt der Nullpunkt bei −273,15 °C, dem tiefstmöglichen Wert überhaupt."
          ],
          "tip": "Temperatur = wie schnell die Teilchen sind. Wärme = wie viel Energie insgesamt drinsteckt.",
          "summary": [
            "Temperatur = wie schnell die Teilchen sind. Wärme = wie viel Energie insgesamt drinsteckt."
          ]
        },
        {
          "id": "m7l2",
          "title": "Wie Wärme wandert",
          "content": [
            "Wärme fließt immer von warm nach kalt, nie umgekehrt. Dafür gibt es drei Wege. **Wärmeleitung**: Die Teilchen stoßen ihre Nachbarn an — so wird der Löffelstiel in der heißen Suppe warm. Metalle leiten gut, Holz und Luft schlecht.",
            "**Strömung**: Warme Luft und warmes Wasser dehnen sich aus, werden dadurch leichter und steigen auf. Deshalb ist es unter der Zimmerdecke wärmer als am Boden, und deshalb sitzt der Heizkörper unter dem Fenster — die aufsteigende warme Luft hält die Kaltluft ab.",
            "**Strahlung**: Wärme wandert auch ohne Stoff dazwischen, als unsichtbares Licht. So kommt die Energie der Sonne durch das leere Weltall zu uns, und so spürst du ein Lagerfeuer schon von weitem auf der Haut.",
            "Eine Thermoskanne blockiert alle drei Wege gleichzeitig: doppelte Wand gegen Leitung, Vakuum dazwischen gegen Strömung, verspiegelte Flächen gegen Strahlung. Deshalb hält sie sowohl heiß als auch kalt — sie ist keine „Heizung“, sie ist eine Sperre."
          ],
          "tip": "Eine Thermoskanne hält auch kalt. Sie heizt nicht, sie blockiert alle drei Wege des Wärmeflusses.",
          "summary": [
            "Eine Thermoskanne hält auch kalt. Sie heizt nicht, sie blockiert alle drei Wege des Wärmeflusses."
          ]
        },
        {
          "id": "m7l3",
          "title": "Ausdehnung durch Wärme",
          "content": [
            "Fast alle Stoffe dehnen sich aus, wenn sie wärmer werden, und ziehen sich beim Abkühlen zusammen. Der Grund ist einfach: Die Teilchen bewegen sich heftiger und brauchen mehr Platz.",
            "Deshalb haben Brücken und Schienen Dehnungsfugen. Ohne sie würde sich das Material im Sommer verbiegen. Und deshalb löst sich ein festsitzender Schraubdeckel, wenn man ihn kurz unter heißes Wasser hält — das Metall dehnt sich stärker aus als das Glas.",
            "Ein Fieberthermometer nutzt genau diesen Effekt: Die Flüssigkeit im dünnen Röhrchen dehnt sich aus und steigt. Weil das Röhrchen so eng ist, wird aus einer winzigen Volumenänderung ein gut ablesbarer Höhenunterschied.",
            "Wasser ist die berühmte Ausnahme: Zwischen 0 °C und 4 °C zieht es sich beim Erwärmen zusammen statt sich auszudehnen. Deshalb ist Eis leichter als Wasser und schwimmt — und deshalb frieren Seen von oben zu, sodass Fische darunter überleben."
          ],
          "tip": "Klemmender Schraubdeckel? Kurz unter heißes Wasser — Metall dehnt sich stärker aus als Glas.",
          "summary": [
            "Klemmender Schraubdeckel? Kurz unter heißes Wasser — Metall dehnt sich stärker aus als Glas."
          ]
        }
      ],
      "quiz": [
        {
          "q": "Warum verbrüht heißer Tee, ein 800 °C heißer Funke aber kaum?",
          "options": [
            "Weil der Funke kälter ist, als er aussieht",
            "Weil der Funke viel weniger Teilchen und damit viel weniger Energie enthält",
            "Weil die Haut Funken abweist",
            "Weil Tee eine höhere Temperatur hat"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Temperatur sagt, wie schnell die Teilchen sind. Wärme hängt zusätzlich davon ab, wie viele es sind."
        },
        {
          "q": "Welche drei Wege gibt es für Wärmetransport?",
          "options": [
            "Leitung, Strömung, Strahlung",
            "Druck, Zug, Reibung",
            "Verdampfen, Schmelzen, Frieren",
            "Licht, Schall, Wärme"
          ],
          "correct": 0,
          "explain": "Eine Thermoskanne blockiert alle drei: Doppelwand gegen Leitung, Vakuum gegen Strömung, Verspiegelung gegen Strahlung."
        },
        {
          "q": "Warum hängt der Heizkörper unter dem Fenster?",
          "options": [
            "Weil dort die Leitungen liegen",
            "Weil die aufsteigende warme Luft die einfallende Kaltluft abfängt",
            "Weil es dort am wärmsten ist",
            "Damit man ihn gut sieht"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Warme Luft dehnt sich aus, wird leichter und steigt auf. Genau diese Strömung hält die kalte Fensterluft zurück."
        },
        {
          "q": "Wie bekommst du einen festsitzenden Schraubdeckel auf?",
          "options": [
            "Ins Gefrierfach legen",
            "Kurz unter heißes Wasser halten — das Metall dehnt sich stärker aus als das Glas",
            "Kräftig schütteln",
            "Den Deckel anfeuchten"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Beide dehnen sich aus, das Metall aber stärker. Dadurch entsteht Spiel zwischen Deckel und Glas."
        },
        {
          "q": "Warum schwimmt Eis auf Wasser?",
          "options": [
            "Weil Eis Luft enthält",
            "Weil Wasser sich zwischen 0 °C und 4 °C ungewöhnlich verhält und Eis dadurch leichter ist",
            "Weil Eis kälter ist",
            "Weil Eis fest ist"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Diese Ausnahme sorgt dafür, dass Seen von oben zufrieren — und Fische darunter überleben."
        }
      ],
      "version": "202608041120"
    },
    {
      "id": "m8",
      "icon": "🔊",
      "color": "#0984E3",
      "grade": "g5-6",
      "title": "Schall",
      "subtitle": "Wie Töne entstehen und ankommen",
      "lessons": [
        {
          "id": "m8l1",
          "title": "Schall braucht einen Stoff",
          "content": [
            "Schall entsteht, wenn etwas schwingt: eine Gitarrensaite, ein Lautsprecher, deine Stimmbänder. Diese Schwingung schiebt die Luftteilchen an, die stoßen ihre Nachbarn an, und so läuft eine Welle aus Verdichtungen und Verdünnungen bis zu deinem Ohr.",
            "Weil Schall Teilchen zum Weiterreichen braucht, kann er sich im **Vakuum nicht ausbreiten**. Im Weltall ist es völlig still — Explosionen in Filmen sind eine Erfindung des Kinos. Das ist einer der beliebtesten Physikfehler in der Unterhaltung.",
            "Umgekehrt leitet Schall in dichteren Stoffen sogar besser als in Luft. In Wasser ist er rund viermal so schnell, in Stahl noch schneller. Wer das Ohr an eine Schiene legt, hört einen Zug lange bevor man ihn durch die Luft hört.",
            "In Luft ist Schall etwa **340 m/s** schnell — das ist zwar viel, aber Millionen Mal langsamer als Licht. Deshalb siehst du den Blitz sofort und hörst den Donner später: pro drei Sekunden Abstand etwa ein Kilometer Entfernung."
          ],
          "tip": "Blitz sehen, Sekunden zählen, durch drei teilen — das ist die Entfernung in Kilometern.",
          "summary": [
            "Blitz sehen, Sekunden zählen, durch drei teilen — das ist die Entfernung in Kilometern."
          ]
        },
        {
          "id": "m8l2",
          "title": "Hoch und laut sind zwei Dinge",
          "content": [
            "Zwei Eigenschaften eines Tons werden oft verwechselt. Die **Tonhöhe** hängt davon ab, wie oft etwas pro Sekunde schwingt — gemessen in Hertz. Viele Schwingungen bedeuten einen hohen Ton, wenige einen tiefen.",
            "Die **Lautstärke** hängt dagegen davon ab, wie weit etwas ausschlägt. Eine Saite, die man kräftiger zupft, schwingt weiter aus und klingt lauter — die Tonhöhe bleibt dabei genau gleich.",
            "Menschen hören ungefähr zwischen 20 und 20.000 Hertz. Der obere Bereich schrumpft mit dem Alter; viele Erwachsene hören oberhalb von 15.000 Hertz nichts mehr. Hunde und Fledermäuse hören deutlich höher als wir.",
            "Bei Musikinstrumenten kannst du das direkt sehen: Kurze, dünne, straff gespannte Saiten schwingen schnell und klingen hoch. Lange, dicke, lockere Saiten schwingen langsam und klingen tief. Genau deshalb ist ein Kontrabass groß und eine Geige klein."
          ],
          "tip": "Kräftiger zupfen macht lauter, nicht höher. Für die Tonhöhe zählen Länge, Dicke und Spannung.",
          "summary": [
            "Kräftiger zupfen macht lauter, nicht höher. Für die Tonhöhe zählen Länge, Dicke und Spannung."
          ]
        },
        {
          "id": "m8l3",
          "title": "Lärm und Gehörschutz",
          "content": [
            "Lautstärke wird in **Dezibel** angegeben, und diese Skala ist tückisch: Sie zählt nicht gleichmäßig. Eine Erhöhung um 10 dB bedeutet die zehnfache Schallenergie. Von 80 auf 90 dB ist also ein viel größerer Sprung, als die Zahlen vermuten lassen.",
            "Zur Einordnung: Ein Flüstern liegt bei etwa 30 dB, ein Gespräch bei 60, dichter Straßenverkehr bei 80, ein Konzert bei 110. Ab etwa 85 dB kann dauerhafte Belastung das Gehör schädigen.",
            "Das Entscheidende: **Hörschäden sind nicht heilbar.** Die feinen Haarzellen im Innenohr wachsen nicht nach. Was einmal weg ist, bleibt weg — deshalb ist Gehörschutz bei Konzerten, beim Rasenmähen oder beim Bohren kein Zeichen von Übervorsicht.",
            "Besonders unterschätzt werden Kopfhörer. Bei voller Lautstärke erreichen viele über 100 dB direkt am Trommelfell. Eine brauchbare Faustregel: Wenn eine Person neben dir hört, was aus deinen Kopfhörern kommt, ist es zu laut."
          ],
          "tip": "Wenn dein Nachbar deine Kopfhörer hört, ist es zu laut. Hörschäden heilen nicht.",
          "summary": [
            "Wenn dein Nachbar deine Kopfhörer hört, ist es zu laut. Hörschäden heilen nicht."
          ]
        }
      ],
      "quiz": [
        {
          "q": "Warum ist es im Weltall still?",
          "options": [
            "Weil dort keine Geräusche entstehen",
            "Weil Schall Teilchen zum Weiterleiten braucht und im Vakuum keine sind",
            "Weil es zu kalt ist",
            "Weil die Entfernungen zu groß sind"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Explosionsgeräusche in Weltraumfilmen sind eine Erfindung des Kinos — einer der häufigsten Physikfehler in der Unterhaltung."
        },
        {
          "q": "Du siehst einen Blitz und hörst den Donner 6 Sekunden später. Wie weit ist das Gewitter entfernt?",
          "options": [
            "Etwa 600 m",
            "Etwa 2 km",
            "Etwa 6 km",
            "Etwa 20 km"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Schall läuft etwa 340 m/s. 6 Sekunden ergeben rund 2 km — Faustregel: Sekunden durch drei."
        },
        {
          "q": "Du zupfst eine Gitarrensaite kräftiger. Was ändert sich?",
          "options": [
            "Der Ton wird höher",
            "Der Ton wird lauter, die Höhe bleibt gleich",
            "Der Ton wird tiefer",
            "Beides ändert sich"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Die Ausschlagweite bestimmt die Lautstärke, die Schwingungszahl pro Sekunde die Tonhöhe. Das sind zwei unabhängige Dinge."
        },
        {
          "q": "Was bedeutet eine Erhöhung um 10 Dezibel?",
          "options": [
            "Doppelte Schallenergie",
            "Zehnfache Schallenergie",
            "Zehn Prozent mehr",
            "Eine kaum hörbare Änderung"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Die Dezibel-Skala zählt nicht gleichmäßig. Deshalb ist der Sprung von 80 auf 90 dB viel größer, als die Zahlen aussehen."
        },
        {
          "q": "Was gilt für Hörschäden?",
          "options": [
            "Sie heilen nach einigen Wochen",
            "Sie sind nicht heilbar — die Haarzellen im Innenohr wachsen nicht nach",
            "Sie betreffen nur ältere Menschen",
            "Sie entstehen erst ab 120 Dezibel"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Deshalb ist Gehörschutz bei Konzerten oder lauten Arbeiten keine Übervorsicht. Ab etwa 85 dB wird dauerhafte Belastung gefährlich."
        }
      ],
      "version": "202608041120"
    },
    {
      "id": "m9",
      "icon": "💪",
      "color": "#00B894",
      "grade": "g7-8",
      "title": "Kräfte",
      "subtitle": "Was sie bewirken und wie man sie zeichnet",
      "lessons": [
        {
          "id": "m9l1",
          "title": "Drei Wirkungen einer Kraft",
          "content": [
            "Eine Kraft erkennt man nicht direkt — man erkennt, was sie bewirkt. Es gibt genau drei Möglichkeiten: Sie kann einen Körper **verformen** (ein Gummiband dehnen), sie kann ihn **beschleunigen oder abbremsen** (ein Ball wird angeschossen), oder sie kann seine **Richtung ändern** (ein Ball wird abgelenkt).",
            "Gemessen wird Kraft in **Newton (N)**. Ein Newton ist ungefähr die Kraft, mit der eine Tafel Schokolade auf deine Hand drückt. Ein Mensch mit 60 kg Masse wird von der Erde mit etwa 600 N angezogen.",
            "Das führt zu einer wichtigen Unterscheidung: **Masse** ist die Menge Stoff und wird in Kilogramm gemessen — sie ist überall gleich. **Gewichtskraft** ist die Kraft, mit der ein Himmelskörper daran zieht, gemessen in Newton — sie hängt vom Ort ab.",
            "Auf dem Mond hast du dieselbe Masse wie auf der Erde, aber nur etwa ein Sechstel der Gewichtskraft. Deshalb konnten Astronauten dort trotz schwerer Anzüge springen. Wer sagt „ich wiege 60 Kilo“, meint physikalisch die Masse."
          ],
          "tip": "Masse in Kilogramm ist überall gleich. Gewichtskraft in Newton hängt davon ab, wo du bist.",
          "summary": [
            "Masse in Kilogramm ist überall gleich. Gewichtskraft in Newton hängt davon ab, wo du bist."
          ]
        },
        {
          "id": "m9l2",
          "title": "Kräfte zeichnen: Pfeile",
          "content": [
            "Eine Kraft hat nicht nur eine Größe, sondern auch eine Richtung. Deshalb zeichnet man sie als **Pfeil**: Die Länge zeigt, wie groß die Kraft ist, die Richtung zeigt, wohin sie wirkt, und der Angriffspunkt zeigt, wo sie ansetzt.",
            "In einer Zeichnung braucht man dafür einen Maßstab, zum Beispiel 1 cm entspricht 10 N. Ohne Maßstab ist ein Kräftepfeil nur eine Skizze — und in Klassenarbeiten kostet ein fehlender Maßstab regelmäßig Punkte.",
            "Wirken mehrere Kräfte in dieselbe Richtung, addiert man sie. Wirken sie gegeneinander, zieht man ab. Zwei Kinder ziehen mit 200 N und 150 N gegeneinander am Seil? Dann bleibt eine Restkraft von 50 N in Richtung des stärkeren Kindes.",
            "Sind alle Kräfte zusammen null, spricht man vom **Kräftegleichgewicht**. Wichtig: Das heißt nicht Stillstand. Ein Fallschirmspringer im Gleichgewicht fällt weiter — nur eben gleich schnell, ohne schneller zu werden."
          ],
          "figure": {
            "src": "/courses/img/physik/kraefte.svg",
            "alt": "Kräfte an einer Kiste: Zugkraft, Reibung, Gewichtskraft und Normalkraft",
            "caption": "An einer gezogenen Kiste wirken mindestens vier Kräfte. Heben sie sich gegenseitig auf, bewegt sich die Kiste gleichförmig — oder gar nicht."
          },
          "tip": "Kräftegleichgewicht heißt nicht Stillstand, sondern nur: keine Änderung der Bewegung.",
          "summary": [
            "Kräftegleichgewicht heißt nicht Stillstand, sondern nur: keine Änderung der Bewegung."
          ]
        },
        {
          "id": "m9l3",
          "title": "Die Federkraft messen",
          "content": [
            "Eine Feder dehnt sich umso weiter, je stärker man zieht — und zwar gleichmäßig. Doppelte Kraft bedeutet doppelte Dehnung. Diesen Zusammenhang nennt man das **Hookesche Gesetz**, und darauf beruht jeder Federkraftmesser.",
            "Die Formel dazu lautet F = D · s: Kraft gleich Federkonstante mal Dehnung. Die Federkonstante D sagt, wie steif eine Feder ist — eine harte Feder hat ein großes D und dehnt sich bei gleicher Kraft weniger.",
            "Der Zusammenhang gilt aber nur bis zu einer Grenze. Überdehnst du die Feder, geht sie nicht mehr in die Ausgangsform zurück; dann ist das Gesetz nicht mehr anwendbar und die Feder ist kaputt. Jedes Messgerät hat deshalb einen angegebenen Messbereich.",
            "Praktisch heißt das für Versuche: Erst schauen, wie viel Newton der Kraftmesser aushält, dann belasten. Ein überdehnter Federkraftmesser zeigt dauerhaft falsch — und man sieht es ihm nicht an."
          ],
          "tip": "Doppelte Kraft, doppelte Dehnung — aber nur innerhalb des Messbereichs. Danach bleibt die Feder verbogen.",
          "summary": [
            "Doppelte Kraft, doppelte Dehnung — aber nur innerhalb des Messbereichs. Danach bleibt die Feder verbogen."
          ]
        }
      ],
      "quiz": [
        {
          "q": "Welche drei Wirkungen kann eine Kraft haben?",
          "options": [
            "Verformen, Bewegungszustand ändern, Richtung ändern",
            "Erwärmen, Leuchten, Bewegen",
            "Ziehen, Drücken, Heben",
            "Beschleunigen, Bremsen, Halten"
          ],
          "correct": 0,
          "explain": "Man sieht die Kraft nie direkt, nur ihre Wirkung. Deshalb sind diese drei Möglichkeiten die vollständige Liste."
        },
        {
          "q": "Was ist der Unterschied zwischen Masse und Gewichtskraft?",
          "options": [
            "Es ist dasselbe mit verschiedenen Namen",
            "Masse in kg ist überall gleich, Gewichtskraft in N hängt vom Ort ab",
            "Masse gilt nur für feste Körper",
            "Gewichtskraft misst man in Kilogramm"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Auf dem Mond hast du dieselbe Masse, aber nur etwa ein Sechstel der Gewichtskraft. „Ich wiege 60 Kilo“ meint physikalisch die Masse."
        },
        {
          "q": "Zwei Kinder ziehen mit 200 N und 150 N gegeneinander. Was ergibt sich?",
          "options": [
            "350 N in Richtung des stärkeren Kindes",
            "50 N in Richtung des stärkeren Kindes",
            "0 N, sie heben sich auf",
            "175 N in der Mitte"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Entgegengesetzte Kräfte werden abgezogen. Es bleibt eine Restkraft von 50 N."
        },
        {
          "q": "Was bedeutet Kräftegleichgewicht?",
          "options": [
            "Der Körper steht still",
            "Alle Kräfte zusammen ergeben null — die Bewegung ändert sich nicht",
            "Es wirken keine Kräfte",
            "Der Körper wird langsamer"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Ein Fallschirmspringer im Gleichgewicht fällt weiter, nur gleich schnell. Gleichgewicht heißt keine Änderung, nicht Stillstand."
        },
        {
          "q": "Was besagt das Hookesche Gesetz?",
          "options": [
            "Jede Feder dehnt sich gleich weit",
            "Die Dehnung ist proportional zur Kraft — innerhalb des Messbereichs",
            "Federn werden bei Wärme weicher",
            "Die Kraft ist unabhängig von der Dehnung"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "F = D · s. Jenseits des Messbereichs bleibt die Feder verbogen, und dann zeigt sie dauerhaft falsch."
        }
      ],
      "version": "202608041120"
    },
    {
      "id": "m10",
      "icon": "🛞",
      "color": "#E17055",
      "grade": "g7-8",
      "title": "Reibung",
      "subtitle": "Der Widerstand, den man braucht",
      "lessons": [
        {
          "id": "m10l1",
          "title": "Reibung ist nicht der Feind",
          "content": [
            "Reibung wird oft als Störung dargestellt — als etwas, das bremst und Energie frisst. Das stimmt zur Hälfte. Ohne Reibung könntest du keinen Schritt gehen, kein Fahrrad lenken, kein Auto anhalten und keinen Nagel in der Wand halten.",
            "Man unterscheidet drei Arten. **Haftreibung** wirkt, solange nichts rutscht — sie ist am größten. **Gleitreibung** wirkt, wenn etwas schon rutscht, und ist kleiner. **Rollreibung** wirkt bei Rädern und ist mit Abstand am kleinsten.",
            "Genau deshalb ist ein Rad eine so große Erfindung: Es tauscht die große Gleitreibung gegen die kleine Rollreibung. Eine Kiste zu schieben ist mühsam, dieselbe Kiste auf einem Rollbrett zu bewegen fast mühelos.",
            "Und weil die Haftreibung größer ist als die Gleitreibung, ist ein blockierendes Rad beim Bremsen schlechter als ein rollendes. Deshalb gibt es ABS: Es verhindert, dass die Räder blockieren, und hält damit die stärkere Haftreibung."
          ],
          "tip": "Haftreibung ist größer als Gleitreibung. Deshalb bremst ein rollendes Rad besser als ein blockiertes.",
          "summary": [
            "Haftreibung ist größer als Gleitreibung. Deshalb bremst ein rollendes Rad besser als ein blockiertes."
          ]
        },
        {
          "id": "m10l2",
          "title": "Wovon Reibung abhängt",
          "content": [
            "Die Reibungskraft hängt von zwei Dingen ab: von der **Anpresskraft** (wie fest die Flächen aufeinandergedrückt werden) und von der **Materialpaarung** (welche Stoffe sich berühren). Ausgedrückt wird das mit F = μ · F_N — Reibungszahl mal Normalkraft.",
            "Überraschend für viele: Von der **Größe der Berührfläche** hängt sie kaum ab. Eine Kiste auf der breiten Seite rutscht ungefähr genauso schwer wie auf der schmalen. Der Grund: Bei kleinerer Fläche steigt der Druck an jeder Stelle entsprechend.",
            "Breite Reifen bei Rennwagen widersprechen dem nur scheinbar — dort spielen Verformung, Wärme und Gummiverhalten mit hinein, und das einfache Modell reicht nicht mehr. Ein gutes Beispiel dafür, dass Modelle Gültigkeitsgrenzen haben.",
            "Die Materialpaarung ist entscheidend: Gummi auf trockenem Asphalt hat eine hohe Reibungszahl, Gummi auf nassem Asphalt eine deutlich kleinere, Stahl auf Eis eine sehr kleine. Deshalb verlängert sich der Bremsweg bei Nässe erheblich."
          ],
          "tip": "Die Berührfläche ist fast egal — Anpresskraft und Materialpaarung entscheiden.",
          "summary": [
            "Die Berührfläche ist fast egal — Anpresskraft und Materialpaarung entscheiden."
          ]
        },
        {
          "id": "m10l3",
          "title": "Reibung im Straßenverkehr",
          "content": [
            "Der Anhalteweg besteht aus zwei Teilen: dem **Reaktionsweg** (die Strecke, die du fährst, bevor du überhaupt bremst) und dem **Bremsweg** (die Strecke während des Bremsens). Nur der zweite hat mit Reibung zu tun.",
            "Der Bremsweg wächst nicht proportional zur Geschwindigkeit, sondern **quadratisch**: Bei doppelter Geschwindigkeit ist er viermal so lang. Das ist der Grund, warum aus 50 statt 30 km/h in der Stadt ein so großer Unterschied wird.",
            "Bei Nässe sinkt die Reibungszahl deutlich, bei Eis noch stärker — der Bremsweg kann sich verdoppeln bis verzehnfachen. Und abgefahrene Reifen können das Wasser nicht mehr wegdrücken; dann schwimmt der Reifen auf, und die Reibung geht gegen null.",
            "Deshalb ist die Profiltiefe kein bürokratisches Detail: Sie entscheidet, ob bei Regen überhaupt noch Kontakt zur Fahrbahn besteht. Genau das kann man mit dem Wissen aus diesem Modul selbst begründen, statt es zu glauben."
          ],
          "tip": "Doppelte Geschwindigkeit heißt vierfacher Bremsweg. Deshalb ist 30 statt 50 km/h so wirksam.",
          "summary": [
            "Doppelte Geschwindigkeit heißt vierfacher Bremsweg. Deshalb ist 30 statt 50 km/h so wirksam."
          ]
        }
      ],
      "quiz": [
        {
          "q": "Welche Reibungsart ist am größten?",
          "options": [
            "Haftreibung",
            "Gleitreibung",
            "Rollreibung",
            "Alle sind gleich groß"
          ],
          "correct": 0,
          "explain": "Haftreibung wirkt, solange nichts rutscht. Deshalb bremst ein rollendes Rad besser als ein blockiertes — das ist das Prinzip von ABS."
        },
        {
          "q": "Wovon hängt die Reibungskraft ab?",
          "options": [
            "Von der Größe der Berührfläche",
            "Von Anpresskraft und Materialpaarung",
            "Nur vom Gewicht",
            "Von der Geschwindigkeit"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Die Berührfläche spielt fast keine Rolle: Bei kleinerer Fläche steigt der Druck an jeder Stelle entsprechend."
        },
        {
          "q": "Warum ist das Rad eine so wirkungsvolle Erfindung?",
          "options": [
            "Es ist leichter als eine Kiste",
            "Es tauscht die große Gleitreibung gegen die viel kleinere Rollreibung",
            "Es erzeugt Energie",
            "Es hat keine Reibung"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Eine Kiste zu schieben ist mühsam, dieselbe Kiste auf Rollen zu bewegen fast mühelos — bei gleichem Gewicht."
        },
        {
          "q": "Wie verändert sich der Bremsweg bei doppelter Geschwindigkeit?",
          "options": [
            "Er verdoppelt sich",
            "Er vervierfacht sich",
            "Er bleibt gleich",
            "Er verdreifacht sich"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Der Bremsweg wächst quadratisch. Genau deshalb macht Tempo 30 statt 50 in der Stadt einen so großen Unterschied."
        },
        {
          "q": "Woraus besteht der Anhalteweg?",
          "options": [
            "Nur aus dem Bremsweg",
            "Aus Reaktionsweg und Bremsweg",
            "Aus Bremsweg und Sicherheitsabstand",
            "Aus der Zeit bis zum Stillstand"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Der Reaktionsweg ist die Strecke, bevor du überhaupt bremst — nur der Bremsweg hat mit Reibung zu tun."
        }
      ],
      "version": "202608041120"
    },
    {
      "id": "m11",
      "icon": "⚖️",
      "color": "#845EC2",
      "grade": "g7-8",
      "title": "Hebel und Flaschenzug",
      "subtitle": "Kraft sparen, Weg bezahlen",
      "lessons": [
        {
          "id": "m11l1",
          "title": "Das Hebelgesetz",
          "content": [
            "Ein Hebel ist eine der ältesten Erfindungen überhaupt, und sein Gesetz ist erstaunlich einfach: **Kraft mal Kraftarm gleich Last mal Lastarm**, kurz F₁ · l₁ = F₂ · l₂. Die Arme werden dabei immer vom Drehpunkt aus gemessen.",
            "Daraus folgt: Je länger dein Hebelarm, desto weniger Kraft brauchst du. Mit einer 2 m langen Stange und einem Drehpunkt 20 cm vor der Last hast du einen zehnfachen Kraftvorteil — 100 N Einsatz heben 1000 N Last.",
            "Das erklärt Werkzeuge von der Schere bis zur Zange: Lange Griffe, kurze Backen. Deshalb schneidet ein Bolzenschneider mit meterlangen Griffen Stahl, und deshalb ist ein Nussknacker weiter hinten wirksamer als vorn an der Spitze.",
            "Auch dein Körper ist voller Hebel. Beim Bizeps setzt der Muskel sehr nahe am Ellbogengelenk an — der Kraftarm ist also kurz. Deshalb muss der Muskel ein Vielfaches der gehobenen Last aufbringen, gewinnt dafür aber Geschwindigkeit an der Hand."
          ],
          "figure": {
            "src": "/courses/img/physik/hebel.svg",
            "alt": "Hebel mit Drehpunkt, Kraft, Last und den beiden Hebelarmen",
            "caption": "Die Hebelarme werden vom Drehpunkt aus gemessen. Ist der Kraftarm doppelt so lang, genügt die halbe Kraft."
          },
          "tip": "Hebelarme immer vom Drehpunkt aus messen — nicht vom Ende der Stange.",
          "summary": [
            "Hebelarme immer vom Drehpunkt aus messen — nicht vom Ende der Stange."
          ]
        },
        {
          "id": "m11l2",
          "title": "Die goldene Regel der Mechanik",
          "content": [
            "Es gibt eine Regel, die für jede Maschine gilt: **Was man an Kraft spart, muss man an Weg zulegen.** Energie lässt sich nicht durch geschickte Anordnung vermehren.",
            "Am Hebel siehst du das sofort: Wenn du mit halber Kraft hebst, musst du den doppelten Weg zurücklegen. Die Last steigt 10 cm, dein Hebelende senkt sich 20 cm. Das Produkt aus Kraft und Weg — die Arbeit — bleibt gleich.",
            "Dasselbe gilt für die schiefe Ebene. Ein Fass eine Rampe hochzurollen braucht weniger Kraft als es senkrecht zu heben, dafür ist der Weg länger. Deshalb sind Bergstraßen in Serpentinen angelegt: geringere Steigung, längerer Weg, dieselbe Höhe.",
            "Diese Regel ist auch ein Prüfstein: Wenn jemand eine Maschine verspricht, die Kraft spart, ohne dass der Weg länger wird, ist die Beschreibung falsch — dann fehlt eine Angabe oder es ist ein Betrug."
          ],
          "tip": "Kraft sparen kostet immer Weg. Wer beides gleichzeitig verspricht, hat etwas übersehen.",
          "summary": [
            "Kraft sparen kostet immer Weg. Wer beides gleichzeitig verspricht, hat etwas übersehen."
          ]
        },
        {
          "id": "m11l3",
          "title": "Der Flaschenzug",
          "content": [
            "Ein Flaschenzug verteilt eine Last auf mehrere tragende Seilstücke. Zählt man die Seile, die an der beweglichen Rolle ziehen, weiß man den Kraftvorteil: Bei zwei tragenden Seilen brauchst du die halbe Kraft, bei vier ein Viertel.",
            "Und wieder gilt die goldene Regel: Bei vier tragenden Seilen musst du das Seil vier Meter weit ziehen, um die Last einen Meter zu heben. Kraft geteilt durch vier, Weg mal vier.",
            "Feste Rollen allein sparen übrigens keine Kraft. Sie lenken die Richtung um — und das ist trotzdem nützlich, weil man sich beim Ziehen nach unten mit dem eigenen Körpergewicht helfen kann.",
            "In der Praxis geht immer etwas durch Reibung in den Rollen verloren; der wirkliche Kraftvorteil liegt also etwas unter dem berechneten. Genau das ist der Unterschied zwischen Modell und Wirklichkeit aus Modul 1."
          ],
          "tip": "Tragende Seile zählen: vier Seile heißt ein Viertel Kraft — und vierfacher Weg.",
          "summary": [
            "Tragende Seile zählen: vier Seile heißt ein Viertel Kraft — und vierfacher Weg."
          ]
        }
      ],
      "quiz": [
        {
          "q": "Wie lautet das Hebelgesetz?",
          "options": [
            "Kraft plus Kraftarm gleich Last plus Lastarm",
            "Kraft mal Kraftarm gleich Last mal Lastarm",
            "Kraft geteilt durch Last gleich Länge",
            "Kraft mal Last gleich Arm mal Arm"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "F₁ · l₁ = F₂ · l₂, wobei die Arme immer vom Drehpunkt aus gemessen werden."
        },
        {
          "q": "Was besagt die goldene Regel der Mechanik?",
          "options": [
            "Jede Maschine spart Energie",
            "Was man an Kraft spart, muss man an Weg zulegen",
            "Große Maschinen sind effizienter",
            "Reibung lässt sich vermeiden"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Das Produkt aus Kraft und Weg bleibt gleich. Wer beides gleichzeitig zu sparen verspricht, hat etwas übersehen."
        },
        {
          "q": "Ein Flaschenzug hat vier tragende Seile. Was gilt?",
          "options": [
            "Ein Viertel Kraft, vierfacher Weg",
            "Ein Viertel Kraft, gleicher Weg",
            "Vierfache Kraft, ein Viertel Weg",
            "Halbe Kraft, doppelter Weg"
          ],
          "correct": 0,
          "explain": "Zähle die Seile an der beweglichen Rolle. Der Kraftvorteil wird mit genau demselben Faktor am Weg bezahlt."
        },
        {
          "q": "Was bringt eine feste Rolle?",
          "options": [
            "Sie halbiert die Kraft",
            "Sie lenkt nur die Richtung um",
            "Sie verdoppelt die Kraft",
            "Sie verkürzt den Weg"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Nützlich ist das trotzdem: Beim Ziehen nach unten kann man das eigene Körpergewicht einsetzen."
        },
        {
          "q": "Warum muss der Bizeps ein Vielfaches der gehobenen Last aufbringen?",
          "options": [
            "Weil Muskeln ineffizient sind",
            "Weil er sehr nahe am Ellbogengelenk ansetzt und der Kraftarm damit kurz ist",
            "Weil der Arm schwer ist",
            "Weil die Sehne nachgibt"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Der kurze Kraftarm kostet Kraft und bringt dafür Geschwindigkeit an der Hand — ein Tausch, kein Konstruktionsfehler."
        }
      ],
      "version": "202608041120"
    },
    {
      "id": "m12",
      "icon": "🛟",
      "color": "#4ECDC4",
      "grade": "g7-8",
      "title": "Dichte und Auftrieb",
      "subtitle": "Warum Stahlschiffe schwimmen",
      "lessons": [
        {
          "id": "m12l1",
          "title": "Dichte: Masse pro Volumen",
          "content": [
            "Die Frage „Was ist schwerer — ein Kilo Federn oder ein Kilo Blei?“ ist ein Scherz, aber sie zeigt das eigentliche Thema: Es geht nicht um die Masse allein, sondern um die Masse **pro Volumen**. Das nennt man Dichte, ρ = m / V.",
            "Wasser hat eine Dichte von 1 g/cm³ — ein Liter wiegt ein Kilogramm. Das ist ein praktischer Merkwert, an dem man alles andere einordnen kann. Eisen liegt bei etwa 7,9 g/cm³, Aluminium bei 2,7, Holz je nach Art bei 0,4 bis 0,9, Luft bei rund 0,0013.",
            "Die Dichte ist eine Stoffeigenschaft: Sie ändert sich nicht, wenn man mehr davon nimmt. Ein kleiner und ein großer Eisenklotz haben dieselbe Dichte — deshalb kann man damit Stoffe identifizieren.",
            "Genau so hat Archimedes der Legende nach eine gefälschte Königskrone entlarvt: Gleiche Masse, aber ein anderes Volumen als reines Gold — also war etwas anderes beigemischt. Die Methode funktioniert bis heute."
          ],
          "tip": "Ein Liter Wasser wiegt ein Kilo. Von diesem Anker aus lässt sich jede andere Dichte einordnen.",
          "summary": [
            "Ein Liter Wasser wiegt ein Kilo. Von diesem Anker aus lässt sich jede andere Dichte einordnen."
          ]
        },
        {
          "id": "m12l2",
          "title": "Auftrieb",
          "content": [
            "Jeder Körper in einer Flüssigkeit erfährt eine Kraft nach oben — den **Auftrieb**. Er ist genau so groß wie die Gewichtskraft der Flüssigkeit, die der Körper verdrängt. Das ist das Prinzip von Archimedes.",
            "Daraus folgt die Schwimmregel: Ist der Auftrieb größer als die Gewichtskraft, schwimmt der Körper. Ist er kleiner, sinkt er. Sind beide gleich, schwebt er. Entscheidend ist also der Vergleich der **Dichten**: Was dichter ist als Wasser, sinkt.",
            "Damit klärt sich das Schiffsrätsel: Stahl hat eine viel höhere Dichte als Wasser, ein Schiff aber ist innen hohl. Die **mittlere** Dichte aus Stahl und Luft liegt unter der von Wasser — deshalb schwimmt es. Läuft es voll, steigt die mittlere Dichte, und es sinkt.",
            "Ein U-Boot nutzt genau das gezielt: Es lässt Wasser in Tanks, um schwerer zu werden und zu sinken, und drückt es mit Druckluft wieder hinaus, um aufzusteigen. Es ändert nicht sein Volumen, sondern seine Masse."
          ],
          "tip": "Nicht das Material entscheidet, sondern die mittlere Dichte. Deshalb schwimmt hohler Stahl.",
          "summary": [
            "Nicht das Material entscheidet, sondern die mittlere Dichte. Deshalb schwimmt hohler Stahl."
          ]
        },
        {
          "id": "m12l3",
          "title": "Auftrieb im Alltag",
          "content": [
            "Im Salzwasser schwimmt man leichter als im Süßwasser, weil gelöstes Salz die Dichte erhöht — mehr verdrängte Masse bedeutet mehr Auftrieb. Im Toten Meer mit seinem sehr hohen Salzgehalt kann man deshalb kaum untergehen.",
            "Ein Heißluftballon nutzt dasselbe Prinzip in Luft: Erwärmte Luft dehnt sich aus, ihre Dichte sinkt, und der Ballon steigt. Sinkt die Temperatur, steigt die Dichte wieder und er sinkt — deshalb wird unterwegs immer wieder nachgeheizt.",
            "Auch der eigene Körper schwimmt knapp: Die mittlere Dichte eines Menschen liegt sehr nahe an der von Wasser. Mit eingeatmeter Luft in der Lunge liegt sie knapp darunter, nach dem Ausatmen knapp darüber. Deshalb hilft ruhiges Atmen beim Über-Wasser-Bleiben.",
            "Und eine Sicherheitsfolge: Eine Schwimmweste wirkt, weil sie viel Volumen bei sehr kleiner Masse hinzufügt. Sie macht dich nicht leichter — sie senkt deine mittlere Dichte."
          ],
          "tip": "Eine Schwimmweste macht dich nicht leichter, sondern voluminöser. Das senkt die mittlere Dichte.",
          "summary": [
            "Eine Schwimmweste macht dich nicht leichter, sondern voluminöser. Das senkt die mittlere Dichte."
          ]
        }
      ],
      "quiz": [
        {
          "q": "Was gibt die Dichte an?",
          "options": [
            "Wie schwer ein Körper insgesamt ist",
            "Masse pro Volumen",
            "Wie fest ein Stoff ist",
            "Wie groß ein Körper ist"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "ρ = m / V. Sie ist eine Stoffeigenschaft und ändert sich nicht, wenn man mehr davon nimmt."
        },
        {
          "q": "Wie groß ist die Dichte von Wasser?",
          "options": [
            "0,1 g/cm³",
            "1 g/cm³",
            "10 g/cm³",
            "100 g/cm³"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Ein Liter wiegt ein Kilogramm. Dieser Merkwert ist der Anker, an dem man alle anderen Dichten einordnet."
        },
        {
          "q": "Wie groß ist der Auftrieb eines Körpers?",
          "options": [
            "So groß wie sein eigenes Gewicht",
            "So groß wie die Gewichtskraft der verdrängten Flüssigkeit",
            "Immer gleich",
            "Abhängig von der Farbe des Körpers"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Das ist das Prinzip von Archimedes. Daraus folgt direkt die Schwimmregel über den Dichtevergleich."
        },
        {
          "q": "Warum schwimmt ein Schiff aus Stahl?",
          "options": [
            "Weil Stahl leichter ist als Wasser",
            "Weil es innen hohl ist und die mittlere Dichte unter der von Wasser liegt",
            "Weil es sich bewegt",
            "Weil der Rumpf glatt ist"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Läuft es voll, steigt die mittlere Dichte über die von Wasser — und dann sinkt es."
        },
        {
          "q": "Warum schwimmt man im Toten Meer leichter?",
          "options": [
            "Weil das Wasser wärmer ist",
            "Weil gelöstes Salz die Dichte erhöht und damit den Auftrieb",
            "Weil es dort flacher ist",
            "Weil Salz die Muskeln entspannt"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Mehr verdrängte Masse bedeutet mehr Auftrieb. Dasselbe Prinzip nutzt ein Heißluftballon — nur mit Luft statt Wasser."
        }
      ],
      "version": "202608041120"
    },
    {
      "id": "m13",
      "icon": "🎈",
      "color": "#F9A826",
      "grade": "g7-8",
      "title": "Druck",
      "subtitle": "Kraft verteilt auf Fläche",
      "lessons": [
        {
          "id": "m13l1",
          "title": "Kraft pro Fläche",
          "content": [
            "Druck ist keine eigene Kraft, sondern eine Kraft **verteilt auf eine Fläche**: p = F / A. Gemessen wird er in Pascal, wobei 1 Pa = 1 N/m² ist. Weil das eine sehr kleine Einheit ist, rechnet man im Alltag oft in Bar (1 bar = 100.000 Pa).",
            "Aus der Formel folgt alles Wichtige: Dieselbe Kraft auf einer kleineren Fläche ergibt mehr Druck. Deshalb sticht eine Nadel durch Stoff, während dein Finger mit derselben Kraft nichts ausrichtet — die Spitze verteilt die Kraft auf eine winzige Fläche.",
            "Umgekehrt kann man Druck senken, indem man die Fläche vergrößert. Skier, Snowboards und breite Reifen an Baumaschinen funktionieren genau so: Das Gewicht bleibt gleich, aber es verteilt sich, sodass man nicht einsinkt.",
            "Ein Messerschärfen ist deshalb keine Kraftfrage: Eine scharfe Klinge hat eine schmalere Schneidfläche und erzeugt bei gleicher Kraft viel mehr Druck. Ein stumpfes Messer verlangt mehr Kraft und rutscht dadurch leichter ab."
          ],
          "tip": "p = F / A. Kleine Fläche heißt großer Druck — das ist das Prinzip von Nadel, Messer und Reißzwecke.",
          "summary": [
            "p = F / A. Kleine Fläche heißt großer Druck — das ist das Prinzip von Nadel, Messer und Reißzwecke."
          ]
        },
        {
          "id": "m13l2",
          "title": "Druck in Flüssigkeiten",
          "content": [
            "In einer Flüssigkeit wirkt Druck **nach allen Seiten gleich**, nicht nur nach unten. Deshalb spritzt Wasser aus einem Loch in der Seite eines Eimers waagerecht heraus.",
            "Der Druck steigt mit der Tiefe, weil das Wasser darüber auf das darunter drückt. Pro 10 m Wassertiefe kommt etwa 1 bar hinzu. In 10 m Tiefe herrscht also etwa doppelt so viel Druck wie an der Oberfläche — deshalb tut beim Tauchen schon in wenigen Metern das Ohr weh.",
            "Der Druck hängt dabei nur von der **Tiefe** ab, nicht von der Form des Gefäßes. Ein dünnes Rohr und ein breiter Tank erzeugen bei gleicher Füllhöhe am Boden denselben Druck. Das nennt man das hydrostatische Paradoxon, und es ist der Grund, warum ein Wasserturm mit einem verhältnismäßig kleinen Behälter eine ganze Stadt versorgen kann.",
            "In geschlossenen Anlagen überträgt sich Druck unvermindert — darauf beruht die **Hydraulik**. Ein kleiner Kolben mit wenig Kraft erzeugt an einem großen Kolben eine große Kraft. Und wieder gilt die goldene Regel: Der kleine Kolben muss dafür einen langen Weg zurücklegen."
          ],
          "tip": "Nur die Tiefe zählt, nicht die Gefäßform. Deshalb reicht ein Wasserturm für eine ganze Stadt.",
          "summary": [
            "Nur die Tiefe zählt, nicht die Gefäßform. Deshalb reicht ein Wasserturm für eine ganze Stadt."
          ]
        },
        {
          "id": "m13l3",
          "title": "Luftdruck",
          "content": [
            "Über uns steht eine viele Kilometer hohe Luftsäule, und die drückt: Auf Meereshöhe herrscht ein Luftdruck von etwa 1 bar, also 100.000 Pascal. Auf jeden Quadratmeter deines Körpers drücken damit rund 10 Tonnen — du merkst es nicht, weil der Druck von innen genauso groß ist.",
            "Berühmt geworden ist das durch die Magdeburger Halbkugeln: Zwei zusammengesetzte Halbkugeln, aus denen die Luft herausgepumpt wurde, konnten selbst von mehreren Pferdegespannen nicht auseinandergezogen werden. Nichts hielt sie zusammen außer dem Luftdruck von außen.",
            "Mit der Höhe nimmt der Luftdruck ab, weil weniger Luft darüber liegt. Deshalb knacken die Ohren beim Bergfahren oder im Flugzeug, deshalb kocht Wasser auf Bergen unter 100 °C, und deshalb sind Verpackungen im Gebirge aufgebläht.",
            "Und der Strohhalm: Du saugst die Flüssigkeit nicht hoch — du senkst den Druck im Halm, und der äußere Luftdruck drückt die Flüssigkeit hinein. Ohne Luftdruck funktioniert kein Strohhalm."
          ],
          "tip": "Ein Strohhalm zieht nicht — der Luftdruck von außen drückt. Ohne Atmosphäre funktioniert er nicht.",
          "summary": [
            "Ein Strohhalm zieht nicht — der Luftdruck von außen drückt. Ohne Atmosphäre funktioniert er nicht."
          ]
        }
      ],
      "quiz": [
        {
          "q": "Wie ist der Druck definiert?",
          "options": [
            "Kraft mal Fläche",
            "Kraft geteilt durch Fläche",
            "Fläche geteilt durch Kraft",
            "Masse mal Höhe"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "p = F / A, gemessen in Pascal (1 Pa = 1 N/m²). Kleine Fläche bedeutet großen Druck."
        },
        {
          "q": "Warum sinkt man mit Skiern nicht im Schnee ein?",
          "options": [
            "Weil Skier leichter sind",
            "Weil sie das Gewicht auf eine größere Fläche verteilen und so den Druck senken",
            "Weil sie Schnee verdrängen",
            "Weil sie schneller gleiten"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Das Gewicht bleibt gleich, aber die Fläche wird größer — und damit sinkt der Druck."
        },
        {
          "q": "Wie stark steigt der Wasserdruck pro 10 Meter Tiefe?",
          "options": [
            "Um etwa 0,1 bar",
            "Um etwa 1 bar",
            "Um etwa 10 bar",
            "Er bleibt gleich"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Deshalb tut beim Tauchen schon in wenigen Metern das Ohr weh — der Anstieg ist deutlich spürbar."
        },
        {
          "q": "Wovon hängt der Druck am Boden eines Gefäßes ab?",
          "options": [
            "Von der Form des Gefäßes",
            "Nur von der Füllhöhe",
            "Von der Menge Wasser insgesamt",
            "Vom Material des Gefäßes"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Das hydrostatische Paradoxon. Genau deshalb versorgt ein Wasserturm mit kleinem Behälter eine ganze Stadt."
        },
        {
          "q": "Was passiert wirklich, wenn du an einem Strohhalm saugst?",
          "options": [
            "Du ziehst die Flüssigkeit hoch",
            "Du senkst den Druck im Halm, und der Luftdruck drückt die Flüssigkeit hinein",
            "Du erwärmst die Flüssigkeit",
            "Du erzeugst Auftrieb"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Ohne äußeren Luftdruck funktioniert kein Strohhalm — im Vakuum bliebe die Flüssigkeit unten."
        }
      ],
      "version": "202608041120"
    },
    {
      "id": "m14",
      "icon": "👁️",
      "color": "#845EC2",
      "grade": "g7-8",
      "title": "Linsen und das Auge",
      "subtitle": "Wie Bilder entstehen",
      "lessons": [
        {
          "id": "m14l1",
          "title": "Brechung: Licht knickt ab",
          "content": [
            "Geht Licht schräg von einem Stoff in einen anderen — von Luft in Wasser oder Glas —, ändert es seine Richtung. Das nennt man **Brechung**, und der Grund ist, dass Licht in dichteren Stoffen langsamer ist.",
            "Deshalb sieht ein Strohhalm im Glas geknickt aus, und deshalb erscheint ein Schwimmbecken flacher, als es ist. Beides sind keine Sinnestäuschungen im engeren Sinne: Das Licht kommt tatsächlich aus einer anderen Richtung bei dir an, als du vermutest.",
            "Für Angler und Taucher ist das praktisch relevant: Ein Fisch steht nicht dort, wo er zu sein scheint, sondern tiefer. Wer genau dorthin zielt, wo er ihn sieht, greift daneben.",
            "Beim Übergang zum Lot hin oder vom Lot weg gilt eine feste Regel: Ins dichtere Medium wird zum Lot hin gebrochen, ins dünnere vom Lot weg. Läuft das Licht senkrecht auf die Grenzfläche, ändert es die Richtung überhaupt nicht."
          ],
          "tip": "Der Fisch steht tiefer, als er aussieht. Licht aus dem Wasser wird beim Austritt vom Lot weg gebrochen.",
          "summary": [
            "Der Fisch steht tiefer, als er aussieht. Licht aus dem Wasser wird beim Austritt vom Lot weg gebrochen."
          ]
        },
        {
          "id": "m14l2",
          "title": "Sammel- und Zerstreuungslinsen",
          "content": [
            "Eine **Sammellinse** ist in der Mitte dicker als am Rand. Sie bündelt paralleles Licht in einem Punkt — dem **Brennpunkt**. Der Abstand vom Linsenmittelpunkt dorthin heißt Brennweite; je stärker gewölbt die Linse, desto kürzer die Brennweite.",
            "Mit einer Sammellinse kannst du ein echtes Bild auf einen Schirm werfen. Das nennt man ein **reelles Bild** — im Gegensatz zum virtuellen Bild des Spiegels ist hier tatsächlich Licht am Ort des Bildes. Steht der Gegenstand weit weg, entsteht das Bild klein und **auf dem Kopf**.",
            "Eine **Zerstreuungslinse** ist in der Mitte dünner. Sie lässt Licht auseinanderlaufen und erzeugt nur ein virtuelles, verkleinertes Bild. Auf einen Schirm bekommt man damit nichts.",
            "Eine Warnung, die dazugehört: Eine Sammellinse bündelt auch Sonnenlicht — samt der Wärmestrahlung. Niemals mit einer Lupe in die Sonne schauen. Die gebündelte Energie zerstört die Netzhaut in Sekundenbruchteilen, und man spürt es nicht, weil die Netzhaut keine Schmerzrezeptoren hat."
          ],
          "figure": {
            "src": "/courses/img/physik/linse.svg",
            "alt": "Sammellinse mit parallelen Strahlen, Brennpunkt und Brennweite",
            "caption": "Eine Sammellinse bündelt paralleles Licht im Brennpunkt. Der Abstand dorthin ist die Brennweite."
          },
          "tip": "Nie mit einer Lupe in die Sonne schauen — die Netzhaut hat keine Schmerzrezeptoren und warnt nicht.",
          "summary": [
            "Nie mit einer Lupe in die Sonne schauen — die Netzhaut hat keine Schmerzrezeptoren und warnt nicht."
          ]
        },
        {
          "id": "m14l3",
          "title": "Das Auge und seine Fehler",
          "content": [
            "Das Auge ist eine Sammellinse mit Schirm: Hornhaut und Linse werfen ein umgekehrtes, verkleinertes Bild auf die Netzhaut. Dass wir die Welt trotzdem richtig herum sehen, ist eine Leistung des Gehirns, nicht der Optik.",
            "Anders als eine Kamera verschiebt das Auge nicht die Linse, sondern **verformt** sie. Der Ziliarmuskel macht sie für Nahes runder und für Fernes flacher. Diese Anpassung heißt Akkommodation — und weil sie Muskelarbeit ist, ermüdet sie beim langen Blick auf den Bildschirm.",
            "Bei **Kurzsichtigkeit** ist der Augapfel zu lang: Das Bild entsteht vor der Netzhaut, Fernes wird unscharf. Eine Zerstreuungslinse korrigiert das. Bei **Weitsichtigkeit** ist es umgekehrt, und eine Sammellinse hilft. Die Alterssichtigkeit ab etwa 45 Jahren ist etwas anderes: Dort wird die Linse steifer und lässt sich schlechter verformen.",
            "Ganz praktisch: Die 20-20-20-Regel entlastet die Augen beim Lernen am Bildschirm — alle 20 Minuten für 20 Sekunden etwas ansehen, das mindestens 20 Fuß (rund 6 m) entfernt ist. Der Ziliarmuskel entspannt sich dabei."
          ],
          "tip": "20-20-20: alle 20 Minuten 20 Sekunden in etwa 6 m Entfernung schauen. Das entspannt den Ziliarmuskel.",
          "summary": [
            "20-20-20: alle 20 Minuten 20 Sekunden in etwa 6 m Entfernung schauen. Das entspannt den Ziliarmuskel."
          ]
        }
      ],
      "quiz": [
        {
          "q": "Warum wird Licht beim Übergang von Luft in Wasser gebrochen?",
          "options": [
            "Weil Wasser das Licht anzieht",
            "Weil Licht in dichteren Stoffen langsamer ist",
            "Weil Wasser die Farbe ändert",
            "Weil Wasser das Licht verstärkt"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Deshalb erscheint ein Strohhalm im Glas geknickt und ein Schwimmbecken flacher, als es ist."
        },
        {
          "q": "Was macht eine Sammellinse mit parallelem Licht?",
          "options": [
            "Sie bündelt es im Brennpunkt",
            "Sie lässt es auseinanderlaufen",
            "Sie wirft es zurück",
            "Sie verändert nur die Farbe"
          ],
          "correct": 0,
          "explain": "Der Abstand zum Brennpunkt ist die Brennweite. Je stärker gewölbt, desto kürzer ist sie."
        },
        {
          "q": "Was ist der Unterschied zwischen reellem und virtuellem Bild?",
          "options": [
            "Das reelle ist schärfer",
            "Beim reellen Bild ist tatsächlich Licht am Bildort — es lässt sich auf einen Schirm werfen",
            "Das virtuelle ist immer größer",
            "Es gibt keinen Unterschied"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Ein Spiegelbild ist virtuell: Hinter dem Spiegel ist kein Licht. Eine Sammellinse dagegen kann ein reelles Bild erzeugen."
        },
        {
          "q": "Wie stellt das menschliche Auge scharf?",
          "options": [
            "Es verschiebt die Linse wie eine Kamera",
            "Es verformt die Linse mit dem Ziliarmuskel",
            "Es verändert die Größe der Netzhaut",
            "Es blinzelt"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Weil das Muskelarbeit ist, ermüdet es bei langem Nahsehen — daher die 20-20-20-Regel."
        },
        {
          "q": "Womit korrigiert man Kurzsichtigkeit?",
          "options": [
            "Mit einer Sammellinse",
            "Mit einer Zerstreuungslinse",
            "Mit einem Spiegel",
            "Gar nicht"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Bei Kurzsichtigkeit ist der Augapfel zu lang und das Bild entsteht vor der Netzhaut. Die Zerstreuungslinse verschiebt es zurück."
        }
      ],
      "version": "202608041120"
    },
    {
      "id": "m15",
      "icon": "⚡",
      "color": "#00B894",
      "grade": "g7-8",
      "title": "Energie",
      "subtitle": "Formen, Umwandlung, Erhaltung",
      "lessons": [
        {
          "id": "m15l1",
          "title": "Energie wird nur umgewandelt",
          "content": [
            "Der wichtigste Satz der ganzen Physik: **Energie kann weder erzeugt noch vernichtet, sondern nur umgewandelt werden.** Das ist der Energieerhaltungssatz, und bisher hat ihn kein Experiment widerlegt.",
            "Deshalb ist der alltägliche Ausdruck „Energie erzeugen“ streng genommen falsch. Ein Kraftwerk erzeugt keine Energie; es wandelt chemische Energie aus Kohle oder Bewegungsenergie aus Wind in elektrische Energie um. Auch „Energieverbrauch“ heißt eigentlich Umwandlung in eine Form, die wir nicht mehr nutzen können — meist Wärme.",
            "Gemessen wird Energie in **Joule (J)**. Beim Strom rechnet man in Kilowattstunden, in der Ernährung in Kilokalorien. Alles derselbe Begriff in anderen Einheiten: 1 kWh sind 3,6 Millionen Joule, 1 kcal etwa 4.184 Joule.",
            "Genau daraus folgt, warum ein Perpetuum mobile unmöglich ist — eine Maschine, die ohne Zufuhr ewig läuft oder gar Energie liefert. Wer so etwas anbietet, verspricht etwas, das dem am besten geprüften Naturgesetz widerspricht."
          ],
          "tip": "Niemand erzeugt Energie. Kraftwerke wandeln um — und das gilt für jedes Gerät, das dir begegnet.",
          "summary": [
            "Niemand erzeugt Energie. Kraftwerke wandeln um — und das gilt für jedes Gerät, das dir begegnet."
          ]
        },
        {
          "id": "m15l2",
          "title": "Die wichtigsten Energieformen",
          "content": [
            "**Bewegungsenergie** (kinetisch) steckt in allem, was sich bewegt: E = ½ · m · v². Beachte das Quadrat — bei doppelter Geschwindigkeit ist die Energie viermal so groß. Genau deshalb ist Geschwindigkeit im Straßenverkehr so entscheidend.",
            "**Lageenergie** (potenziell) steckt in der Höhe: E = m · g · h. Ein Stein oben auf dem Regal hat Energie, die beim Fallen frei wird. Pumpspeicherkraftwerke speichern Strom genau so — sie pumpen Wasser hoch und lassen es bei Bedarf wieder herunter.",
            "**Spannenergie** steckt in verformten Federn und gespannten Bögen. **Chemische Energie** steckt in Nahrung, Benzin und Batterien. **Wärmeenergie** steckt in der Bewegung der Teilchen. **Elektrische Energie** ist die praktischste, weil sie sich gut transportieren und in fast alles umwandeln lässt.",
            "Eine Kette zum Nachvollziehen: Sonne (Strahlung) → Pflanze (chemisch) → Nahrung → dein Muskel (Bewegung) → Fahrraddynamo (elektrisch) → Lampe (Licht und Wärme). An jedem Pfeil steht eine Umwandlung, und an jedem geht ein Teil als Wärme verloren."
          ],
          "tip": "Bewegungsenergie steigt mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. Doppelt so schnell heißt vierfache Energie.",
          "summary": [
            "Bewegungsenergie steigt mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. Doppelt so schnell heißt vierfache Energie."
          ]
        },
        {
          "id": "m15l3",
          "title": "Wirkungsgrad",
          "content": [
            "Bei jeder Umwandlung landet ein Teil der Energie in einer Form, die man nicht mehr brauchen kann — fast immer Wärme. Der **Wirkungsgrad** gibt an, welcher Anteil im gewünschten Ziel ankommt: η = Nutzen / Aufwand.",
            "Ein paar Größenordnungen: Eine LED wandelt einen großen Teil der elektrischen Energie in Licht um, eine alte Glühlampe nur einen kleinen — der Rest wird Wärme, weshalb sie heiß wird. Ein Verbrennungsmotor liegt deutlich unter der Hälfte, ein Elektromotor deutlich darüber.",
            "Der Wirkungsgrad ist immer kleiner als 100 %. Ein Gerät mit mehr als 100 % wäre ein Perpetuum mobile — der Wert allein reicht also, um eine Behauptung zu prüfen.",
            "Ein Sonderfall zum Nachdenken: Ein elektrischer Heizlüfter hat fast 100 % Wirkungsgrad, weil Wärme genau das Ziel ist. Trotzdem ist er teuer im Betrieb — denn der Strom musste vorher im Kraftwerk selbst mit Verlusten erzeugt werden. Wirkungsgrad allein sagt noch nichts über Sinnhaftigkeit."
          ],
          "tip": "Ein Wirkungsgrad über 100 % ist immer ein Rechen- oder Denkfehler — oder ein Betrugsversuch.",
          "summary": [
            "Ein Wirkungsgrad über 100 % ist immer ein Rechen- oder Denkfehler — oder ein Betrugsversuch."
          ]
        }
      ],
      "quiz": [
        {
          "q": "Was besagt der Energieerhaltungssatz?",
          "options": [
            "Energie kann erzeugt, aber nicht vernichtet werden",
            "Energie kann weder erzeugt noch vernichtet, nur umgewandelt werden",
            "Energie geht mit der Zeit verloren",
            "Energie verdoppelt sich bei jeder Umwandlung"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Deshalb ist „Energie erzeugen“ streng genommen falsch — auch ein Kraftwerk wandelt nur um."
        },
        {
          "q": "Wie groß ist die Bewegungsenergie bei doppelter Geschwindigkeit?",
          "options": [
            "Doppelt so groß",
            "Viermal so groß",
            "Gleich groß",
            "Achtmal so groß"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "E = ½ · m · v². Das Quadrat ist der Grund, warum Geschwindigkeit im Straßenverkehr so entscheidend ist."
        },
        {
          "q": "Wie speichert ein Pumpspeicherkraftwerk Energie?",
          "options": [
            "In Batterien",
            "Als Lageenergie, indem es Wasser nach oben pumpt",
            "Als Wärme in einem Tank",
            "In Druckluft"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "E = m · g · h. Bei Bedarf lässt man das Wasser wieder herunter und gewinnt die Energie zurück."
        },
        {
          "q": "Was gibt der Wirkungsgrad an?",
          "options": [
            "Wie schnell ein Gerät arbeitet",
            "Welcher Anteil der eingesetzten Energie im gewünschten Ziel ankommt",
            "Wie viel Energie ein Gerät erzeugt",
            "Wie lange ein Gerät hält"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "η = Nutzen / Aufwand. Er ist immer kleiner als 100 % — der Rest wird meist Wärme."
        },
        {
          "q": "Jemand verkauft ein Gerät mit 120 % Wirkungsgrad. Was weißt du?",
          "options": [
            "Es ist besonders modern",
            "Das ist unmöglich — es wäre ein Perpetuum mobile",
            "Es nutzt Sonnenenergie zusätzlich",
            "Es hat einen guten Motor"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Ein Wirkungsgrad über 100 % widerspricht dem Energieerhaltungssatz. Der Wert allein entlarvt die Behauptung."
        }
      ],
      "version": "202608041120"
    },
    {
      "id": "m16",
      "icon": "🔋",
      "color": "#FF6B9D",
      "grade": "g7-8",
      "title": "Strom, Spannung, Widerstand",
      "subtitle": "Das Ohmsche Gesetz",
      "lessons": [
        {
          "id": "m16l1",
          "title": "Drei Größen und ein Bild",
          "content": [
            "**Spannung U** (in Volt) ist der Antrieb — der Unterschied, der Ladung in Bewegung bringt. **Stromstärke I** (in Ampere) ist, wie viel Ladung pro Sekunde fließt. **Widerstand R** (in Ohm) ist, wie sehr sich ein Bauteil dem Fluss widersetzt.",
            "Ein tragfähiges Bild ist der Wasserkreislauf: Die Spannung entspricht dem Höhenunterschied, die Stromstärke der Wassermenge pro Sekunde, der Widerstand der Enge des Rohres. Ein enges Rohr lässt bei gleichem Höhenunterschied weniger durch.",
            "Das **Ohmsche Gesetz** verbindet die drei: U = R · I. Umgestellt: I = U / R und R = U / I. Mit dieser einen Formel lassen sich die meisten Schulaufgaben zur Elektrizität lösen.",
            "Wichtig ist die Reihenfolge des Denkens: Die Spannung liegt an, der Widerstand ist eine Eigenschaft des Bauteils — und daraus **ergibt sich** der Strom. Man „schickt“ keinen Strom in ein Gerät; das Gerät nimmt sich bei gegebener Spannung so viel, wie sein Widerstand zulässt."
          ],
          "tip": "U = R · I. Spannung liegt an, Widerstand ist eine Eigenschaft — der Strom ergibt sich daraus.",
          "summary": [
            "U = R · I. Spannung liegt an, Widerstand ist eine Eigenschaft — der Strom ergibt sich daraus."
          ]
        },
        {
          "id": "m16l2",
          "title": "Reihe und Parallel",
          "content": [
            "In einer **Reihenschaltung** liegen die Bauteile hintereinander in einem einzigen Weg. Der Strom ist überall gleich, die Spannungen teilen sich auf, und die Widerstände addieren sich. Fällt ein Bauteil aus, ist der Kreis unterbrochen — daher die alten Lichterketten, bei denen eine kaputte Lampe alle ausfallen ließ.",
            "In einer **Parallelschaltung** hat jedes Bauteil seinen eigenen Weg. An allen liegt dieselbe Spannung, die Ströme addieren sich, und der Gesamtwiderstand ist kleiner als der kleinste Einzelwiderstand. Fällt eines aus, laufen die anderen weiter.",
            "Deshalb ist das Stromnetz im Haus parallel geschaltet: Jedes Gerät bekommt volle 230 V, und wenn du eine Lampe ausschaltest, geht der Rest nicht aus. Der Preis dafür: Mehr eingeschaltete Geräte bedeuten mehr Gesamtstrom.",
            "Genau davor schützt die Sicherung. Sie unterbricht den Kreis, wenn der Strom zu groß wird — nicht um die Geräte zu retten, sondern um zu verhindern, dass die Leitung in der Wand zu heiß wird und Feuer fängt."
          ],
          "tip": "Zu Hause ist alles parallel: gleiche Spannung überall, aber jedes Gerät erhöht den Gesamtstrom.",
          "summary": [
            "Zu Hause ist alles parallel: gleiche Spannung überall, aber jedes Gerät erhöht den Gesamtstrom."
          ]
        },
        {
          "id": "m16l3",
          "title": "Warum Strom gefährlich ist",
          "content": [
            "Gefährlich ist nicht die Spannung an sich, sondern der **Strom durch den Körper**. Schon etwa 30 Milliampere über den Brustkorb können das Herz aus dem Takt bringen — das ist ein Bruchteil dessen, was eine normale Haushaltssicherung durchlässt.",
            "Deshalb schützt die normale Sicherung dich nicht: Sie löst erst bei 10 oder 16 Ampere aus, also weit oberhalb der gefährlichen Grenze. Ihr Zweck ist der Leitungsschutz. Für den Personenschutz gibt es den **Fehlerstromschutzschalter (FI/RCD)**, der schon bei einer kleinen Abweichung zwischen Hin- und Rückstrom abschaltet.",
            "Wie viel Strom fließt, hängt vom Körperwiderstand ab — und der sinkt drastisch, wenn die Haut nass ist. Dieselbe Spannung, die trocken harmlos wäre, kann nass lebensgefährlich sein. Das ist der physikalische Kern aller Badezimmer-Warnungen.",
            "Batterien mit wenigen Volt sind für den Körper ungefährlich, weil bei so kleiner Spannung durch den Körperwiderstand kaum Strom fließt. Kurzgeschlossen können sie trotzdem sehr heiß werden — die Gefahr ist dann Brand, nicht Stromschlag."
          ],
          "tip": "Die Sicherung schützt die Leitung, nicht dich. Für Personenschutz sorgt der FI-Schalter.",
          "summary": [
            "Die Sicherung schützt die Leitung, nicht dich. Für Personenschutz sorgt der FI-Schalter."
          ]
        }
      ],
      "quiz": [
        {
          "q": "Wie lautet das Ohmsche Gesetz?",
          "options": [
            "U = R · I",
            "U = R + I",
            "R = U · I",
            "I = U · R"
          ],
          "correct": 0,
          "explain": "Umgestellt: I = U / R und R = U / I. Mit dieser Formel lassen sich die meisten Schulaufgaben lösen."
        },
        {
          "q": "Was gilt in einer Reihenschaltung?",
          "options": [
            "Die Spannung ist überall gleich",
            "Der Strom ist überall gleich, die Spannungen teilen sich auf",
            "Der Gesamtwiderstand wird kleiner",
            "Jedes Bauteil arbeitet unabhängig"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Deshalb fielen bei alten Lichterketten alle Lampen aus, sobald eine kaputt war."
        },
        {
          "q": "Warum ist das Hausnetz parallel geschaltet?",
          "options": [
            "Weil es billiger ist",
            "Damit jedes Gerät die volle Spannung bekommt und unabhängig läuft",
            "Damit weniger Strom fließt",
            "Weil Reihenschaltung verboten ist"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Der Preis: Mehr eingeschaltete Geräte bedeuten mehr Gesamtstrom — deshalb die Sicherung."
        },
        {
          "q": "Wovor schützt eine normale Haushaltssicherung?",
          "options": [
            "Vor einem Stromschlag",
            "Vor Überhitzung der Leitung in der Wand",
            "Vor Blitzeinschlag",
            "Vor zu hoher Spannung"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Sie löst erst bei 10 bis 16 Ampere aus — weit über der für den Menschen gefährlichen Grenze. Personenschutz leistet der FI-Schalter."
        },
        {
          "q": "Warum ist Strom bei nasser Haut gefährlicher?",
          "options": [
            "Weil Wasser die Spannung erhöht",
            "Weil der Körperwiderstand sinkt und dadurch mehr Strom fließt",
            "Weil Wasser Strom erzeugt",
            "Weil die Haut dünner wird"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Nach I = U / R fließt bei kleinerem Widerstand mehr Strom. Das ist der Kern aller Badezimmer-Warnungen."
        }
      ],
      "version": "202608041120"
    },
    {
      "id": "m17",
      "icon": "🏃",
      "color": "#0984E3",
      "grade": "g9-10",
      "title": "Bewegung beschreiben",
      "subtitle": "Weg, Zeit, Geschwindigkeit, Beschleunigung",
      "lessons": [
        {
          "id": "m17l1",
          "title": "Geschwindigkeit und Diagramme",
          "content": [
            "Geschwindigkeit ist zurückgelegter Weg pro Zeit: v = s / t. Die Grundeinheit ist m/s, im Alltag rechnet man in km/h. Die Umrechnung geht mit dem Faktor 3,6: von m/s nach km/h multiplizieren, umgekehrt teilen. 10 m/s sind also 36 km/h.",
            "Zwischen **Durchschnitts-** und **Momentangeschwindigkeit** muss man unterscheiden. Wer 120 km in 2 Stunden fährt, hatte im Schnitt 60 km/h — kann zwischendurch aber gestanden und 130 gefahren sein. Der Tacho zeigt die Momentangeschwindigkeit, ein Blitzer misst sie ebenfalls.",
            "Im **Weg-Zeit-Diagramm** (s über t) bedeutet eine gerade steigende Linie gleichförmige Bewegung; je steiler, desto schneller. Eine waagerechte Linie heißt Stillstand — nicht „zurück zum Start“, ein häufiger Lesefehler.",
            "Im **Geschwindigkeit-Zeit-Diagramm** (v über t) bedeutet eine waagerechte Linie konstante Geschwindigkeit, eine steigende Linie Beschleunigung. Und ein Trick, der oft Punkte bringt: Die **Fläche** unter der v-t-Kurve ist der zurückgelegte Weg."
          ],
          "tip": "m/s in km/h: mal 3,6. Und die Fläche unter der v-t-Kurve ist immer der Weg.",
          "summary": [
            "m/s in km/h: mal 3,6. Und die Fläche unter der v-t-Kurve ist immer der Weg."
          ]
        },
        {
          "id": "m17l2",
          "title": "Beschleunigung",
          "content": [
            "Beschleunigung ist die Änderung der Geschwindigkeit pro Zeit: a = Δv / Δt, gemessen in m/s². Ein Wert von 2 m/s² bedeutet: Jede Sekunde kommen 2 m/s hinzu.",
            "Im Alltag heißt „beschleunigen“ schneller werden. In der Physik ist auch **Bremsen** eine Beschleunigung, nur mit negativem Vorzeichen. Und selbst eine Kurve bei konstantem Tempo ist eine Beschleunigung, weil sich die Richtung ändert — Geschwindigkeit hat immer auch eine Richtung.",
            "Beim **freien Fall** beschleunigt die Erde alles mit etwa g = 9,81 m/s², unabhängig von der Masse. Nach einer Sekunde fällt ein Körper rund 10 m/s schnell, nach zwei Sekunden rund 20 m/s. Ohne Luftwiderstand gilt das für die Feder genauso wie für den Hammer.",
            "Der Fallweg wächst dabei quadratisch: s = ½ · g · t². Nach 1 Sekunde sind es etwa 5 m, nach 2 Sekunden schon 20 m, nach 3 Sekunden 45 m. Genau deshalb wird ein Sturz mit der Höhe so schnell so gefährlich."
          ],
          "tip": "Bremsen und Kurvenfahren sind physikalisch auch Beschleunigungen — jede Änderung von Betrag oder Richtung zählt.",
          "summary": [
            "Bremsen und Kurvenfahren sind physikalisch auch Beschleunigungen — jede Änderung von Betrag oder Richtung zählt."
          ]
        },
        {
          "id": "m17l3",
          "title": "Bezugssysteme",
          "content": [
            "Bewegung ist immer relativ. Sitzt du im fahrenden Zug, bewegst du dich relativ zum Bahnsteig mit 100 km/h — relativ zum Sitz gegenüber überhaupt nicht. Beide Aussagen sind richtig; sie beziehen sich nur auf verschiedene **Bezugssysteme**.",
            "Deshalb muss man bei jeder Geschwindigkeitsangabe wissen, worauf sie sich bezieht. „Die Erde bewegt sich mit 30 km/s“ gilt relativ zur Sonne. Relativ zu deinem Zimmer bewegt sie sich gar nicht.",
            "Das erklärt auch das Gefühl im Zug, wenn der Nachbarzug anfährt: Kurz weiß man nicht, wer fährt. Ohne Blick nach draußen lässt sich das mit gleichförmiger Bewegung tatsächlich nicht unterscheiden — nur Beschleunigungen spürt man.",
            "Genau an diesem Punkt setzt später Einsteins Relativitätstheorie an. Die Grundidee ist nicht kompliziert: Es gibt kein ausgezeichnetes, ruhendes Bezugssystem. Alles, was sich unbeschleunigt bewegt, hat dieselben Rechte."
          ],
          "tip": "Jede Geschwindigkeitsangabe braucht ein Bezugssystem. Ohne das ist sie unvollständig.",
          "summary": [
            "Jede Geschwindigkeitsangabe braucht ein Bezugssystem. Ohne das ist sie unvollständig."
          ]
        }
      ],
      "quiz": [
        {
          "q": "Wie viel km/h sind 25 m/s?",
          "options": [
            "50 km/h",
            "75 km/h",
            "90 km/h",
            "100 km/h"
          ],
          "correct": 2,
          "explain": "Von m/s nach km/h wird mit 3,6 multipliziert: 25 · 3,6 = 90 km/h."
        },
        {
          "q": "Was bedeutet eine waagerechte Linie im Weg-Zeit-Diagramm?",
          "options": [
            "Konstante Geschwindigkeit",
            "Stillstand",
            "Rückwärtsbewegung",
            "Beschleunigung"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Der Weg ändert sich nicht — das Objekt steht. Im v-t-Diagramm bedeutet dieselbe Linie dagegen konstante Geschwindigkeit."
        },
        {
          "q": "Was zeigt die Fläche unter einer v-t-Kurve?",
          "options": [
            "Die Beschleunigung",
            "Den zurückgelegten Weg",
            "Die Höchstgeschwindigkeit",
            "Die Zeit"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Ein Trick, der regelmäßig Punkte bringt — auch bei Kurven, die keine Gerade sind."
        },
        {
          "q": "Ist Bremsen eine Beschleunigung?",
          "options": [
            "Nein, das Gegenteil",
            "Ja, eine Beschleunigung mit negativem Vorzeichen",
            "Nur bei Autos",
            "Nur wenn man ganz stehen bleibt"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Jede Änderung von Betrag oder Richtung der Geschwindigkeit ist eine Beschleunigung — auch die Kurvenfahrt bei konstantem Tempo."
        },
        {
          "q": "Wie weit fällt ein Körper im freien Fall nach 2 Sekunden ungefähr?",
          "options": [
            "5 m",
            "10 m",
            "20 m",
            "40 m"
          ],
          "correct": 2,
          "explain": "s = ½ · g · t² ergibt rund 20 m. Der Fallweg wächst quadratisch — deshalb wird Höhe so schnell gefährlich."
        }
      ],
      "version": "202608041120"
    },
    {
      "id": "m18",
      "icon": "🍎",
      "color": "#E17055",
      "grade": "g9-10",
      "title": "Die newtonschen Gesetze",
      "subtitle": "Warum sich etwas bewegt — oder nicht",
      "lessons": [
        {
          "id": "m18l1",
          "title": "Trägheit: der schwierigste Satz",
          "content": [
            "Das erste newtonsche Gesetz lautet: **Ein Körper bleibt in Ruhe oder in gleichförmiger geradliniger Bewegung, solange keine Kraft auf ihn wirkt.** Das klingt harmlos und widerspricht doch der Alltagserfahrung.",
            "Denn im Alltag bleibt alles irgendwann stehen. Ein Ball rollt aus, ein Auto ohne Gas wird langsamer. Daraus schließt man leicht: „Bewegung braucht Kraft.“ Über zweitausend Jahre lang hat man das geglaubt.",
            "Der Fehler liegt in einer unsichtbaren Kraft: der Reibung. Ohne sie würde der Ball ewig weiterrollen. Im Weltraum tut er das tatsächlich — Sonden fliegen jahrzehntelang ohne Antrieb weiter.",
            "Richtig ist also: Kraft braucht man nicht für Bewegung, sondern für **Änderung** von Bewegung. Genau das spürst du im Auto: Beim gleichmäßigen Fahren merkst du nichts, beim Anfahren und Bremsen dagegen sofort."
          ],
          "tip": "Kraft ist nicht für Bewegung nötig, sondern für ihre Änderung. Was gleichmäßig läuft, braucht keinen Antrieb.",
          "summary": [
            "Kraft ist nicht für Bewegung nötig, sondern für ihre Änderung. Was gleichmäßig läuft, braucht keinen Antrieb."
          ]
        },
        {
          "id": "m18l2",
          "title": "F = m · a",
          "content": [
            "Das zweite Gesetz sagt, wie stark sich eine Bewegung ändert: **Kraft gleich Masse mal Beschleunigung**, F = m · a. Umgestellt zu a = F / m sieht man beides sofort: Mehr Kraft bedeutet mehr Beschleunigung, mehr Masse bedeutet weniger.",
            "Ein Einkaufswagen mit derselben Schubkraft beschleunigt voll beladen viel langsamer als leer. Und deshalb braucht ein Lastwagen einen viel stärkeren Motor als ein Motorrad, um überhaupt vergleichbar anzufahren.",
            "Die Gewichtskraft ist ein Sonderfall dieser Formel: F = m · g. Mit g = 9,81 m/s² wirkt auf 1 kg eine Kraft von etwa 9,81 N — im Alltag rundet man auf 10 N pro Kilogramm.",
            "Und daraus folgt endlich die Erklärung des Feder-und-Hammer-Rätsels aus Modul 1: Auf den schweren Körper wirkt eine größere Kraft, aber er hat auch mehr Masse. Beides kürzt sich weg, und übrig bleibt für alle dieselbe Beschleunigung g."
          ],
          "tip": "a = F / m. Deshalb fallen alle Körper gleich schnell: Mehr Kraft und mehr Masse kürzen sich heraus.",
          "summary": [
            "a = F / m. Deshalb fallen alle Körper gleich schnell: Mehr Kraft und mehr Masse kürzen sich heraus."
          ]
        },
        {
          "id": "m18l3",
          "title": "Actio und Reactio",
          "content": [
            "Das dritte Gesetz: **Übt ein Körper eine Kraft auf einen zweiten aus, übt der zweite eine gleich große, entgegengesetzte Kraft auf den ersten aus.** Kräfte treten immer paarweise auf.",
            "Deshalb kannst du überhaupt gehen: Du drückst mit dem Fuß nach hinten gegen den Boden, und der Boden drückt dich nach vorn. Auf Eis funktioniert das kaum, weil die Reibung fehlt und der Fuß rutscht.",
            "Eine Rakete funktioniert genauso — und das ist der Punkt, an dem sich ein hartnäckiger Irrtum auflöst: Sie stößt sich **nicht** an der Luft ab. Sie stößt heiße Gase nach hinten, und die stoßen sie nach vorn. Deshalb funktionieren Raketen im Vakuum sogar besser.",
            "Wichtig ist, die Kräfte nicht zu verwechseln: Die beiden Partner eines actio-reactio-Paares greifen an **verschiedenen Körpern** an. Sie heben sich deshalb nie gegenseitig auf — sonst könnte sich nie etwas bewegen. Das ist die häufigste Verwechslung mit dem Kräftegleichgewicht aus Modul 9."
          ],
          "tip": "Actio und Reactio greifen an verschiedenen Körpern an — deshalb heben sie sich nie auf.",
          "summary": [
            "Actio und Reactio greifen an verschiedenen Körpern an — deshalb heben sie sich nie auf."
          ]
        }
      ],
      "quiz": [
        {
          "q": "Was besagt das Trägheitsgesetz?",
          "options": [
            "Bewegung braucht ständig Kraft",
            "Ohne wirkende Kraft bleibt ein Körper in Ruhe oder gleichförmiger geradliniger Bewegung",
            "Schwere Körper bewegen sich langsamer",
            "Jede Bewegung endet irgendwann"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Dass im Alltag alles ausrollt, liegt an der Reibung. Im Weltraum fliegen Sonden jahrzehntelang ohne Antrieb weiter."
        },
        {
          "q": "Wie lautet das zweite newtonsche Gesetz?",
          "options": [
            "F = m / a",
            "F = m · a",
            "F = a / m",
            "F = m + a"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Umgestellt zu a = F / m: mehr Kraft bedeutet mehr Beschleunigung, mehr Masse bedeutet weniger."
        },
        {
          "q": "Warum fallen im Vakuum alle Körper gleich schnell?",
          "options": [
            "Weil die Schwerkraft für alle gleich stark ist",
            "Weil auf schwerere Körper zwar mehr Kraft wirkt, sie aber auch mehr Masse haben — beides kürzt sich",
            "Weil das Vakuum bremst",
            "Weil die Masse im Vakuum verschwindet"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "In a = F / m stehen Kraft und Masse übereinander. Übrig bleibt für alle dieselbe Beschleunigung g."
        },
        {
          "q": "Woran stößt sich eine Rakete ab?",
          "options": [
            "An der Luft",
            "An den Gasen, die sie nach hinten ausstößt",
            "An der Erdanziehung",
            "An der Startrampe"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Deshalb funktioniert sie im Vakuum sogar besser als in der Luft — dort fehlt der Luftwiderstand."
        },
        {
          "q": "Warum heben sich actio und reactio nicht gegenseitig auf?",
          "options": [
            "Weil eine Kraft immer stärker ist",
            "Weil sie an verschiedenen Körpern angreifen",
            "Weil sie nacheinander wirken",
            "Sie heben sich auf"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Das ist die häufigste Verwechslung mit dem Kräftegleichgewicht. Würden sie sich aufheben, könnte sich nie etwas bewegen."
        }
      ],
      "version": "202608041120"
    },
    {
      "id": "m19",
      "icon": "🏋️",
      "color": "#00B8A9",
      "grade": "g9-10",
      "title": "Arbeit und Leistung",
      "subtitle": "Was zählt und was nicht",
      "lessons": [
        {
          "id": "m19l1",
          "title": "Arbeit im physikalischen Sinn",
          "content": [
            "In der Physik ist **Arbeit** Kraft mal Weg in Richtung der Kraft: W = F · s. Die Einheit ist Joule, dieselbe wie bei der Energie — denn verrichtete Arbeit ist genau die übertragene Energie.",
            "Daraus folgt etwas, das im Alltag absurd klingt: Wer eine schwere Kiste zehn Minuten regungslos hält, verrichtet physikalisch **keine Arbeit**. Der Weg ist null, also ist auch W null. Dass es trotzdem anstrengt, liegt an der Biologie — Muskeln verbrauchen auch beim Halten Energie, weil sie ständig nachspannen.",
            "Ebenso zählt nur der Weganteil **in Kraftrichtung**. Trägst du eine Kiste waagerecht durch den Raum, wirkt die Hubkraft nach oben, der Weg geht zur Seite — physikalisch keine Hubarbeit. Erst beim Anheben wird gearbeitet.",
            "Wichtige Arten: **Hubarbeit** W = m · g · h (etwas anheben), **Reibungsarbeit** (gegen Reibung schieben), **Spannarbeit** (eine Feder spannen), **Beschleunigungsarbeit** (etwas in Fahrt bringen)."
          ],
          "tip": "Kein Weg heißt keine Arbeit. Eine Kiste halten ist anstrengend, aber physikalisch Arbeit gleich null.",
          "summary": [
            "Kein Weg heißt keine Arbeit. Eine Kiste halten ist anstrengend, aber physikalisch Arbeit gleich null."
          ]
        },
        {
          "id": "m19l2",
          "title": "Leistung ist Arbeit pro Zeit",
          "content": [
            "**Leistung** sagt, wie schnell Arbeit verrichtet wird: P = W / t, gemessen in Watt. 1 Watt ist 1 Joule pro Sekunde.",
            "Zwei Personen tragen dieselbe Last in den zweiten Stock. Beide verrichten dieselbe Arbeit — wer schneller ist, hat die größere Leistung. Die Arbeit hängt nicht vom Tempo ab, die Leistung ausschließlich.",
            "Ein Mensch schafft dauerhaft etwa 100 W, kurzfristig ein Vielfaches. Eine LED-Lampe braucht wenige Watt, ein Wasserkocher rund 2.000 W, ein Auto einige zehntausend. Die alte Einheit PS entspricht ungefähr 736 W — 100 PS sind also rund 74 kW.",
            "Für Stromrechnungen zählt beides zusammen: Die **Kilowattstunde** ist Leistung mal Zeit, also wieder eine Energie. Ein 2.000-W-Wasserkocher, eine halbe Stunde betrieben, verbraucht 1 kWh. Und daran sieht man, warum Standby-Geräte trotz kleiner Leistung ins Gewicht fallen: Sie laufen rund um die Uhr."
          ],
          "tip": "Arbeit ist, was getan wird. Leistung ist, wie schnell. Die Stromrechnung zahlt die Arbeit.",
          "summary": [
            "Arbeit ist, was getan wird. Leistung ist, wie schnell. Die Stromrechnung zahlt die Arbeit."
          ]
        },
        {
          "id": "m19l3",
          "title": "Rechnen mit Sinn: eine Beispielaufgabe",
          "content": [
            "Aufgabe: Ein Aufzug hebt 500 kg um 12 m in 20 Sekunden. Welche Leistung braucht der Motor mindestens?",
            "**Schritt 1 — Was ist gesucht?** Die Leistung P. **Schritt 2 — Was ist gegeben?** m = 500 kg, h = 12 m, t = 20 s, und g ≈ 10 m/s². **Schritt 3 — Welcher Weg führt hin?** Erst die Hubarbeit, dann durch die Zeit teilen.",
            "**Schritt 4 — Rechnen:** W = m · g · h = 500 · 10 · 12 = 60.000 J. Dann P = W / t = 60.000 / 20 = 3.000 W, also 3 kW.",
            "**Schritt 5 — Prüfen:** Ist die Größenordnung plausibel? 3 kW liegen zwischen Wasserkocher und Kleinwagen — für einen Aufzug realistisch. Und in Wirklichkeit braucht der Motor mehr, weil Reibung und Wirkungsgrad dazukommen. Genau dieses fünfschrittige Vorgehen — gesucht, gegeben, Weg, rechnen, prüfen — ist in Klassenarbeiten mehr wert als jede auswendig gelernte Formel."
          ],
          "tip": "Gesucht — gegeben — Weg — rechnen — prüfen. Fünf Schritte, die bei fast jeder Physikaufgabe funktionieren.",
          "summary": [
            "Gesucht — gegeben — Weg — rechnen — prüfen. Fünf Schritte, die bei fast jeder Physikaufgabe funktionieren."
          ]
        }
      ],
      "quiz": [
        {
          "q": "Wie ist Arbeit in der Physik definiert?",
          "options": [
            "Kraft mal Zeit",
            "Kraft mal Weg in Richtung der Kraft",
            "Masse mal Geschwindigkeit",
            "Leistung mal Kraft"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "W = F · s, gemessen in Joule — derselben Einheit wie Energie, denn Arbeit ist übertragene Energie."
        },
        {
          "q": "Du hältst eine schwere Kiste zehn Minuten regungslos. Wie viel Arbeit verrichtest du physikalisch?",
          "options": [
            "Sehr viel",
            "Keine, denn der Weg ist null",
            "Genau so viel wie beim Anheben",
            "Das hängt vom Gewicht ab"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Dass es anstrengt, ist biologisch: Muskeln verbrauchen auch beim Halten Energie, weil sie ständig nachspannen."
        },
        {
          "q": "Zwei Personen tragen dieselbe Last gleich hoch, eine schneller. Was unterscheidet sich?",
          "options": [
            "Die verrichtete Arbeit",
            "Die Leistung",
            "Beides",
            "Nichts"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "P = W / t. Die Arbeit hängt nicht vom Tempo ab, die Leistung ausschließlich."
        },
        {
          "q": "Ein 2.000-W-Wasserkocher läuft eine halbe Stunde. Wie viel Energie ist das?",
          "options": [
            "0,5 kWh",
            "1 kWh",
            "2 kWh",
            "4 kWh"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "2 kW · 0,5 h = 1 kWh. Die Kilowattstunde ist Leistung mal Zeit — also wieder eine Energie."
        },
        {
          "q": "Ein Aufzug hebt 500 kg um 12 m in 20 s. Welche Leistung ist nötig (g ≈ 10 m/s²)?",
          "options": [
            "600 W",
            "3.000 W",
            "6.000 W",
            "60.000 W"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "W = 500 · 10 · 12 = 60.000 J, geteilt durch 20 s ergibt 3.000 W. In der Praxis mehr, wegen Reibung und Wirkungsgrad."
        }
      ],
      "version": "202608041120"
    },
    {
      "id": "m20",
      "icon": "🏠",
      "color": "#6C5CE7",
      "grade": "g9-10",
      "title": "Strom im Haushalt",
      "subtitle": "Rechnen, sparen, sicher bleiben",
      "lessons": [
        {
          "id": "m20l1",
          "title": "Elektrische Leistung berechnen",
          "content": [
            "Für elektrische Geräte gilt: **P = U · I** — Leistung gleich Spannung mal Stromstärke. Zusammen mit dem Ohmschen Gesetz lassen sich daraus auch P = U² / R und P = R · I² herleiten, falls Spannung oder Strom fehlen.",
            "Im deutschen Hausnetz liegen 230 V an. Ein Wasserkocher mit 2.300 W zieht also 10 A. Eine typische Sicherung hält 16 A — daran erkennt man sofort, warum zwei starke Geräte am selben Stromkreis die Sicherung auslösen können.",
            "Genau das ist auch der Grund, warum Mehrfachsteckdosen nicht beliebig belastbar sind und nicht hintereinandergesteckt werden sollen. Die Leitung in der Wand ist auf einen bestimmten Strom ausgelegt; die Steckdosenleiste macht sie nicht dicker.",
            "Zum Rechnen der Kosten: Verbrauch in kWh mal Preis pro kWh. Ein Gerät mit 100 W, das 10 Stunden läuft, verbraucht 1 kWh. So lässt sich für jedes Gerät im Haushalt selbst ausrechnen, was es kostet — statt es zu schätzen."
          ],
          "tip": "P = U · I. Mit 230 V lässt sich für jedes Gerät sofort ausrechnen, wie viel Strom es zieht.",
          "summary": [
            "P = U · I. Mit 230 V lässt sich für jedes Gerät sofort ausrechnen, wie viel Strom es zieht."
          ]
        },
        {
          "id": "m20l2",
          "title": "Wo die Energie im Haushalt hingeht",
          "content": [
            "Eine nützliche Faustregel: Geräte, die **Wärme erzeugen oder bewegen**, brauchen viel — Heizung, Wasserkocher, Backofen, Waschmaschine, Trockner, Kühlschrank. Geräte, die nur Informationen verarbeiten, brauchen wenig — Handy, Laptop, Router.",
            "Deshalb bringt es mehr, einmal weniger heiß zu waschen, als tagelang Ladegeräte zu ziehen. Ein Handy-Ladegerät liegt im Bereich weniger Watt, eine Waschmaschine bei 60 °C im Bereich von zwei Kilowatt.",
            "Beim Kühlschrank hilft Physik direkt: Er pumpt Wärme von innen nach außen. Steht er neben dem Herd oder in der Sonne, muss er gegen eine größere Temperaturdifferenz arbeiten und braucht mehr Strom. Und wer warme Speisen hineinstellt, bezahlt deren Abkühlung mit.",
            "Standby ist nicht dramatisch, aber es summiert sich, weil es 8.760 Stunden im Jahr läuft. Rechne selbst: 5 W dauerhaft ergeben rund 44 kWh im Jahr. Das ist der ehrliche Weg — nachrechnen statt glauben."
          ],
          "tip": "Wärme und Bewegung kosten, Information kostet fast nichts. Danach lohnt es sich zu priorisieren.",
          "summary": [
            "Wärme und Bewegung kosten, Information kostet fast nichts. Danach lohnt es sich zu priorisieren."
          ]
        },
        {
          "id": "m20l3",
          "title": "Sicherheit zu Hause",
          "content": [
            "Drei Schutzsysteme arbeiten zusammen, und jedes hat eine andere Aufgabe. Die **Sicherung** (Leitungsschutzschalter) schützt die Leitung vor Überhitzung. Der **FI-Schalter** schützt Menschen, indem er bei Fehlerströmen in Millisekunden abschaltet. Der **Schutzleiter** (die Erdung) führt einen Fehlerstrom sicher ab, statt ihn im Gehäuse stehen zu lassen.",
            "Deshalb ist ein defekter Schutzkontakt kein Schönheitsfehler. Und deshalb sind Geräte mit doppelter Isolierung (Symbol: zwei ineinanderliegende Quadrate) auch ohne Erdung zulässig — sie haben eine zweite Schutzschicht statt einer Ableitung.",
            "Ein häufig unterschätztes Risiko sind aufgerollte Kabeltrommeln unter Last. Der Strom erwärmt den Draht, und eng aufgewickelt kann die Wärme nicht weg — die Isolierung schmilzt. Deshalb bei starken Verbrauchern immer vollständig abrollen.",
            "Und die Grundregel für alles Weitere: Arbeiten an der festen Hausinstallation gehören zur Elektrofachkraft. Nicht aus Bürokratie, sondern weil eine falsch angeschlossene Leitung erst Jahre später auffällt — dann aber im schlimmsten Fall als Brand."
          ],
          "tip": "Kabeltrommeln unter Last immer ganz abrollen. Aufgewickelt staut sich die Wärme in der Isolierung.",
          "summary": [
            "Kabeltrommeln unter Last immer ganz abrollen. Aufgewickelt staut sich die Wärme in der Isolierung."
          ]
        }
      ],
      "quiz": [
        {
          "q": "Wie berechnet man die elektrische Leistung?",
          "options": [
            "P = U / I",
            "P = U · I",
            "P = U + I",
            "P = I / U"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Mit dem Ohmschen Gesetz folgen daraus auch P = U² / R und P = R · I²."
        },
        {
          "q": "Wie viel Strom zieht ein 2.300-W-Wasserkocher bei 230 V?",
          "options": [
            "1 A",
            "10 A",
            "23 A",
            "100 A"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "I = P / U = 2.300 / 230 = 10 A. Bei einer 16-A-Sicherung ist damit fast der ganze Stromkreis belegt."
        },
        {
          "q": "Welche Geräte verbrauchen im Haushalt am meisten?",
          "options": [
            "Handy und Laptop",
            "Geräte, die Wärme erzeugen oder etwas bewegen",
            "Router und Smart-Home-Geräte",
            "Lampen"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Heizung, Wasserkocher, Backofen, Waschmaschine. Informationsverarbeitung braucht dagegen sehr wenig."
        },
        {
          "q": "Wozu dient der FI-Schalter?",
          "options": [
            "Zum Schutz der Leitung vor Überhitzung",
            "Zum Schutz von Menschen — er schaltet bei Fehlerströmen in Millisekunden ab",
            "Zum Sparen von Strom",
            "Zum Schutz der Geräte vor Überspannung"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Die normale Sicherung löst erst bei 10 bis 16 A aus — weit über der für Menschen gefährlichen Grenze."
        },
        {
          "q": "Warum soll man Kabeltrommeln unter Last abrollen?",
          "options": [
            "Damit das Kabel nicht knickt",
            "Weil sich die Wärme aufgewickelt staut und die Isolierung schmelzen kann",
            "Damit der Strom schneller fließt",
            "Wegen des elektrischen Widerstands der Trommel"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Der Strom erwärmt den Draht immer. Eng aufgewickelt kann diese Wärme nicht abgeführt werden."
        }
      ],
      "version": "202608041120"
    },
    {
      "id": "m21",
      "icon": "♨️",
      "color": "#F9A826",
      "grade": "g9-10",
      "title": "Wärmelehre",
      "subtitle": "Aggregatzustände und Energie",
      "lessons": [
        {
          "id": "m21l1",
          "title": "Die drei Zustände und die Übergänge",
          "content": [
            "Ob ein Stoff fest, flüssig oder gasförmig ist, hängt davon ab, wie stark sich seine Teilchen bewegen und wie fest sie zusammenhalten. **Fest**: feste Plätze, nur Schwingung. **Flüssig**: beweglich, aber noch beieinander. **Gasförmig**: frei und weit auseinander.",
            "Die Übergänge haben eigene Namen: schmelzen und erstarren, verdampfen und kondensieren. Dazu kommt das **Sublimieren** — der direkte Weg von fest zu gasförmig, den man an Trockeneis sieht und an Schnee, der bei Frost ohne Pfütze verschwindet.",
            "Entscheidend ist: Während eines Übergangs **steigt die Temperatur nicht**, obwohl man weiter heizt. Ein Eiswürfel-Wasser-Gemisch bleibt bei 0 °C, bis das letzte Eis geschmolzen ist. Die zugeführte Energie geht in das Auflösen der Bindungen statt in die Bewegung.",
            "Diese Energie heißt **latente Wärme** und ist erstaunlich groß. Deshalb kühlt Eis im Getränk so wirksam, deshalb schützt die Blüteberegnung Obstbäume vor Frost, und deshalb dauert es viel länger, kochendes Wasser zu verdampfen, als es überhaupt bis 100 °C zu erhitzen."
          ],
          "tip": "Beim Schmelzen und Sieden bleibt die Temperatur konstant. Die Energie steckt in den Bindungen, nicht in der Bewegung.",
          "summary": [
            "Beim Schmelzen und Sieden bleibt die Temperatur konstant. Die Energie steckt in den Bindungen, nicht in der Bewegung."
          ]
        },
        {
          "id": "m21l2",
          "title": "Wärmemenge berechnen",
          "content": [
            "Um einen Stoff zu erwärmen, braucht man Energie: **Q = c · m · ΔT** — spezifische Wärmekapazität mal Masse mal Temperaturänderung. Die Größe c ist eine Stoffeigenschaft und sagt, wie viel Energie ein Kilogramm für ein Grad braucht.",
            "Wasser hat mit etwa 4.200 J/(kg·K) einen ungewöhnlich hohen Wert — deutlich höher als Metalle oder Luft. Das ist kein Detail, sondern der Grund für sehr viel Alltag: Wasser erwärmt sich langsam und kühlt langsam ab.",
            "Deshalb ist das Klima am Meer ausgeglichener als im Landesinneren. Deshalb ist eine Wärmflasche mit Wasser gefüllt und nicht mit Öl. Und deshalb dauert Nudelwasser gefühlt ewig, während die Pfanne daneben in Sekunden heiß wird.",
            "Rechenbeispiel: 2 Liter Wasser von 20 °C auf 100 °C erwärmen. Q = 4.200 · 2 · 80 = 672.000 J, also rund 0,19 kWh. Ein 2.000-W-Kocher braucht dafür theoretisch etwa 336 Sekunden — knapp sechs Minuten. Wer das nachrechnet und mit der Küchenuhr vergleicht, hat Physik im besten Sinn überprüft."
          ],
          "tip": "Q = c · m · ΔT. Wasser hat eine hohe Wärmekapazität — deshalb ist Küstenklima milder als Binnenklima.",
          "summary": [
            "Q = c · m · ΔT. Wasser hat eine hohe Wärmekapazität — deshalb ist Küstenklima milder als Binnenklima."
          ]
        },
        {
          "id": "m21l3",
          "title": "Warum Wärme nur in eine Richtung fließt",
          "content": [
            "Wärme geht von selbst immer von warm nach kalt, nie umgekehrt. Eine Tasse Kaffee wird im Zimmer kalt; ein kalter Kaffee wird im Zimmer nie von selbst heiß, obwohl der Energieerhaltungssatz das nicht verbieten würde.",
            "Der Grund ist der **zweite Hauptsatz der Wärmelehre**. Er sagt sinngemäß: Unordnung nimmt von selbst zu. Die geordnete Situation „hier heiß, dort kalt“ geht von allein in die ungeordnete „überall lauwarm“ über — der umgekehrte Weg geschieht nicht spontan.",
            "Ein Kühlschrank widerspricht dem nicht: Er transportiert Wärme sehr wohl von kalt nach warm, aber nicht von selbst — er braucht dafür Strom. Deshalb wird ein Zimmer wärmer, nicht kühler, wenn man die Kühlschranktür offen lässt: Die aufgenommene Wärme plus die Antriebsenergie landen beide im Raum.",
            "Genau derselbe Satz erklärt, warum kein Kraftwerk Wärme vollständig in Bewegung umwandeln kann. Deshalb ist der Wirkungsgrad von Wärmekraftmaschinen grundsätzlich begrenzt — nicht wegen schlechter Technik, sondern aus prinzipiellen Gründen."
          ],
          "tip": "Kühlschranktür offen lassen heizt den Raum. Die Wärme plus die Antriebsenergie bleiben beide drin.",
          "summary": [
            "Kühlschranktür offen lassen heizt den Raum. Die Wärme plus die Antriebsenergie bleiben beide drin."
          ]
        }
      ],
      "quiz": [
        {
          "q": "Was passiert mit der Temperatur, während Eis schmilzt?",
          "options": [
            "Sie steigt gleichmäßig",
            "Sie bleibt bei 0 °C, bis alles geschmolzen ist",
            "Sie sinkt",
            "Sie schwankt"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Die zugeführte Energie löst die Bindungen statt die Teilchen zu beschleunigen — das ist die latente Wärme."
        },
        {
          "q": "Was bedeutet Sublimieren?",
          "options": [
            "Der Übergang von flüssig zu gasförmig",
            "Der direkte Übergang von fest zu gasförmig",
            "Das Erstarren einer Flüssigkeit",
            "Das Auflösen in Wasser"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Zu sehen an Trockeneis — und an Schnee, der bei Frost verschwindet, ohne eine Pfütze zu hinterlassen."
        },
        {
          "q": "Wie berechnet man die nötige Wärmemenge?",
          "options": [
            "Q = m · g · h",
            "Q = c · m · ΔT",
            "Q = U · I",
            "Q = F · s"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Die spezifische Wärmekapazität c sagt, wie viel Energie ein Kilogramm des Stoffes für ein Grad braucht."
        },
        {
          "q": "Warum ist das Klima an der Küste ausgeglichener?",
          "options": [
            "Weil dort mehr Wind weht",
            "Weil Wasser eine hohe Wärmekapazität hat und sich langsam erwärmt und abkühlt",
            "Weil das Meer Wärme erzeugt",
            "Weil die Luft feuchter ist"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Rund 4.200 J/(kg·K) — deutlich mehr als bei Metallen oder Luft. Das gleicht Temperaturschwankungen aus."
        },
        {
          "q": "Was passiert, wenn du die Kühlschranktür offen lässt?",
          "options": [
            "Das Zimmer wird kühler",
            "Das Zimmer wird wärmer",
            "Nichts, es bleibt gleich",
            "Nur der Kühlschrank wird wärmer"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Der Kühlschrank transportiert Wärme nur — und die Antriebsenergie kommt obendrauf. Beides bleibt im Raum."
        }
      ],
      "version": "202608041120"
    },
    {
      "id": "m22",
      "icon": "☢️",
      "color": "#00B894",
      "grade": "g9-10",
      "title": "Radioaktivität",
      "subtitle": "Strahlung sachlich verstehen",
      "lessons": [
        {
          "id": "m22l1",
          "title": "Was radioaktiv bedeutet",
          "content": [
            "Manche Atomkerne sind instabil. Sie wandeln sich von selbst um und geben dabei Energie in Form von Strahlung ab. Das nennt man **Radioaktivität** — es ist ein natürlicher Vorgang, keine Erfindung der Technik.",
            "Es gibt drei Arten. **Alphastrahlung** besteht aus Heliumkernen; sie wird schon von einem Blatt Papier oder der Haut aufgehalten. **Betastrahlung** besteht aus Elektronen und kommt durch einige Millimeter Aluminium nicht hindurch. **Gammastrahlung** ist sehr energiereiches Licht und braucht dicke Blei- oder Betonschichten.",
            "Diese Reihenfolge führt zu einem wichtigen Unterschied: Alphastrahlung ist von außen kaum gefährlich, **im Körper aber besonders schädlich**, weil sie ihre ganze Energie auf kleinstem Raum abgibt. Deshalb ist eingeatmetes oder verschlucktes Material das eigentliche Problem, nicht die Nähe zu einer abgeschirmten Quelle.",
            "Man kann Radioaktivität nicht sehen, riechen oder schmecken — deshalb wird sie leicht über- oder unterschätzt. Messen lässt sie sich aber sehr genau, schon in winzigen Mengen. Ein Geigerzähler ist eines der empfindlichsten Messgeräte überhaupt."
          ],
          "tip": "Alpha wird von Papier gestoppt — aber im Körper ist sie am gefährlichsten. Der Weg hinein zählt, nicht die Reichweite.",
          "summary": [
            "Alpha wird von Papier gestoppt — aber im Körper ist sie am gefährlichsten. Der Weg hinein zählt, nicht die Reichweite."
          ]
        },
        {
          "id": "m22l2",
          "title": "Halbwertszeit",
          "content": [
            "Die **Halbwertszeit** ist die Zeit, nach der die Hälfte der Kerne einer Probe zerfallen ist. Nach zwei Halbwertszeiten ist noch ein Viertel übrig, nach drei ein Achtel — es wird immer weniger, aber nie exakt null.",
            "Man kann nicht vorhersagen, wann ein einzelner Kern zerfällt; das ist echter Zufall. Erst bei vielen Kernen ergibt sich eine sehr genaue Statistik. Das ist ein Beispiel dafür, dass Zufall im Kleinen und Verlässlichkeit im Großen einander nicht widersprechen.",
            "Die Zeiten reichen von Sekundenbruchteilen bis zu Milliarden Jahren. Diese Spannweite erklärt zwei Dinge: warum manche medizinischen Substanzen nach Stunden praktisch verschwunden sind — und warum bestimmte Abfälle aus Kernkraftwerken so lange gelagert werden müssen.",
            "Dasselbe Prinzip liefert die Altersbestimmung. Bei der **Radiokarbonmethode** nutzt man den bekannten Zerfall von Kohlenstoff-14 in organischem Material. So lassen sich Funde bis etwa 50.000 Jahre datieren — Archäologie auf physikalischer Grundlage."
          ],
          "tip": "Nach 3 Halbwertszeiten ist noch ein Achtel übrig. Der einzelne Kern ist Zufall, die Menge ist berechenbar.",
          "summary": [
            "Nach 3 Halbwertszeiten ist noch ein Achtel übrig. Der einzelne Kern ist Zufall, die Menge ist berechenbar."
          ]
        },
        {
          "id": "m22l3",
          "title": "Strahlung im Alltag einordnen",
          "content": [
            "Wir sind ständig natürlicher Strahlung ausgesetzt: aus dem Weltall, aus dem Boden, aus Baustoffen und aus der Nahrung. Auch der eigene Körper ist schwach radioaktiv, unter anderem wegen des enthaltenen Kaliums. Null Strahlung gibt es nirgends.",
            "Die Menge wird in **Sievert** angegeben, meist in Millisievert. Entscheidend für die Einordnung sind zwei Fragen: Wie viel, und über welchen Zeitraum? Eine kleine Menge über Jahre ist etwas völlig anderes als dieselbe Menge in einer Sekunde.",
            "Beim Schutz gelten drei Regeln, die einfach und wirksam sind: **Abstand** (die Intensität nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab), **Zeit** (kurze Aufenthaltsdauer) und **Abschirmung** (passendes Material zwischen sich und die Quelle).",
            "Und eine begriffliche Klarstellung, die viel Verwirrung auflöst: **Bestrahlt werden** heißt nicht, selbst radioaktiv zu werden. Wer geröntgt wird, strahlt danach nicht. Nur wer radioaktives Material aufnimmt, trägt eine Quelle in sich — genau deshalb geht es beim Strahlenschutz vor allem um **Kontamination**, nicht um Nähe."
          ],
          "tip": "Abstand, Zeit, Abschirmung. Und: Wer geröntgt wird, strahlt danach nicht selbst.",
          "summary": [
            "Abstand, Zeit, Abschirmung. Und: Wer geröntgt wird, strahlt danach nicht selbst."
          ]
        }
      ],
      "quiz": [
        {
          "q": "Welche Strahlungsart wird schon von einem Blatt Papier aufgehalten?",
          "options": [
            "Alphastrahlung",
            "Betastrahlung",
            "Gammastrahlung",
            "Keine"
          ],
          "correct": 0,
          "explain": "Von außen ist sie deshalb kaum gefährlich — im Körper aber besonders schädlich, weil sie ihre Energie auf engstem Raum abgibt."
        },
        {
          "q": "Was ist die Halbwertszeit?",
          "options": [
            "Die Zeit bis zum vollständigen Zerfall",
            "Die Zeit, nach der die Hälfte der Kerne zerfallen ist",
            "Die halbe Lebensdauer eines Atoms",
            "Die Zeit bis zur Ungefährlichkeit"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Nach zwei Halbwertszeiten ist ein Viertel übrig, nach drei ein Achtel — es wird weniger, aber nie exakt null."
        },
        {
          "q": "Wann zerfällt ein einzelner Atomkern?",
          "options": [
            "Genau nach der Halbwertszeit",
            "Das ist echter Zufall — nur die Menge ist statistisch berechenbar",
            "Wenn er Energie aufnimmt",
            "Nach einer festen Anzahl von Jahren"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Zufall im Kleinen und Verlässlichkeit im Großen widersprechen sich nicht — bei vielen Kernen wird die Statistik sehr genau."
        },
        {
          "q": "Welche drei Regeln gelten beim Strahlenschutz?",
          "options": [
            "Abstand, Zeit, Abschirmung",
            "Licht, Luft, Wasser",
            "Messen, Melden, Meiden",
            "Schnell, kurz, dicht"
          ],
          "correct": 0,
          "explain": "Die Intensität nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab — deshalb ist Abstand die wirksamste der drei Maßnahmen."
        },
        {
          "q": "Wird man durch eine Röntgenaufnahme selbst radioaktiv?",
          "options": [
            "Ja, für einige Stunden",
            "Nein — bestrahlt werden heißt nicht, selbst zur Quelle zu werden",
            "Ja, dauerhaft",
            "Nur bei mehreren Aufnahmen"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Nur wer radioaktives Material aufnimmt, trägt eine Quelle in sich. Deshalb geht es beim Strahlenschutz vor allem um Kontamination."
        }
      ],
      "version": "202608041120"
    },
    {
      "id": "m23",
      "icon": "🧩",
      "color": "#4ECDC4",
      "grade": "extras",
      "title": "Physikaufgaben knacken",
      "subtitle": "Die Methode hinter den Aufgaben",
      "lessons": [
        {
          "id": "m23l1",
          "title": "Der Fünf-Schritte-Weg",
          "content": [
            "Die meisten Punkte gehen in Physikarbeiten nicht durch fehlendes Wissen verloren, sondern durch fehlende Struktur. Wer immer gleich vorgeht, kommt auch bei Aufgaben weiter, die er noch nie gesehen hat.",
            "**1. Gesucht:** Schreib auf, was herauskommen soll — mit Einheit. **2. Gegeben:** Notiere alle Angaben, gleich in Grundeinheiten umgerechnet. Genau hier gehen die meisten Punkte verloren: cm statt m, Minuten statt Sekunden, Gramm statt Kilogramm.",
            "**3. Weg:** Welche Formel verbindet Gegebenes und Gesuchtes? Fehlt eine Zwischengröße, plane zwei Schritte. Erst umstellen, dann Zahlen einsetzen — nicht umgekehrt. Wer mit Buchstaben rechnet, kann den Fehler noch finden.",
            "**4. Rechnen:** Zahlen einsetzen, Einheiten mitschleppen. **5. Prüfen:** Stimmt die Einheit? Ist die Größenordnung plausibel? Ein Mensch wiegt keine 6.000 N, ein Fahrrad fährt keine 500 km/h. Diese letzten zwanzig Sekunden retten regelmäßig eine ganze Aufgabe."
          ],
          "tip": "Erst umstellen, dann einsetzen. Mit Buchstaben zu rechnen macht Fehler sichtbar, mit Zahlen versteckt sie.",
          "summary": [
            "Erst umstellen, dann einsetzen. Mit Buchstaben zu rechnen macht Fehler sichtbar, mit Zahlen versteckt sie."
          ]
        },
        {
          "id": "m23l2",
          "title": "Einheiten als Kontrollwerkzeug",
          "content": [
            "Einheiten sind nicht nur Beiwerk — sie sind ein eingebauter Fehlerdetektor. Rechnet man sie mit, verrät das Ergebnis selbst, ob die Formel richtig war.",
            "Beispiel: Wenn du Meter durch Sekunden teilst, kommt m/s heraus — eine Geschwindigkeit, richtig. Kommt bei einer Geschwindigkeitsaufgabe dagegen m·s heraus, ist irgendwo eine Formel verkehrt herum benutzt worden. Das merkt man, bevor man die Zahl hinschreibt.",
            "Diese Technik heißt **Einheitenkontrolle** und funktioniert bei jeder Aufgabe. Sie sagt nicht, ob man sich verrechnet hat — aber sie sagt sehr zuverlässig, ob man den falschen Weg gegangen ist. Das ist der teurere der beiden Fehler.",
            "Praktisch heißt das: Rechne nie mit nackten Zahlen. Schreib die Einheit an jede Zahl, kürze sie mit, und lies am Ende ab, was herauskommt. Wer das ein paar Wochen konsequent macht, braucht danach kaum noch darüber nachzudenken."
          ],
          "tip": "Einheiten immer mitrechnen. Sie verraten einen falschen Rechenweg, bevor das Ergebnis dasteht.",
          "summary": [
            "Einheiten immer mitrechnen. Sie verraten einen falschen Rechenweg, bevor das Ergebnis dasteht."
          ]
        },
        {
          "id": "m23l3",
          "title": "Skizze und Gegenprobe",
          "content": [
            "Bei Aufgaben mit Kräften, Strahlen oder Schaltungen ist eine Skizze kein Zeitverlust, sondern die halbe Lösung. Kräfte als Pfeile, Strahlen als Linien mit Pfeilspitze, Schaltungen als Schaltplan — sobald das Bild stimmt, sieht man meist, welche Formel gebraucht wird.",
            "Ein zweiter Trick ist die **Grenzfallprobe**: Setze in dein Ergebnis Extremwerte ein und schau, ob das Sinn ergibt. Wird die Masse null, sollte die Kraft null werden. Wird der Widerstand sehr groß, sollte der Strom gegen null gehen. Kommt Unsinn heraus, steckt ein Fehler in der Formel.",
            "Und die **Verhältnisprobe**: Verdopple in Gedanken eine Größe. Wird das Ergebnis auch doppelt so groß? Viermal so groß? Wer weiß, dass die Bewegungsenergie quadratisch von der Geschwindigkeit abhängt, erkennt sofort, wenn im Ergebnis nur ein Faktor 2 steht.",
            "Diese drei Werkzeuge — Skizze, Grenzfall, Verhältnis — stehen in keinem Schulbuch als eigenes Kapitel und entscheiden trotzdem über Noten. Sie lassen sich in einer Woche üben und halten ein Leben lang."
          ],
          "tip": "Grenzfall einsetzen: Wenn die Masse null wird, muss auch die Kraft null werden. Sonst stimmt die Formel nicht.",
          "summary": [
            "Grenzfall einsetzen: Wenn die Masse null wird, muss auch die Kraft null werden. Sonst stimmt die Formel nicht."
          ]
        }
      ],
      "quiz": [
        {
          "q": "Was ist der erste Schritt bei einer Physikaufgabe?",
          "options": [
            "Die Formel suchen",
            "Aufschreiben, was gesucht ist — mit Einheit",
            "Den Taschenrechner holen",
            "Die Zahlen einsetzen"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Gesucht — gegeben — Weg — rechnen — prüfen. Wer immer gleich vorgeht, kommt auch bei unbekannten Aufgaben weiter."
        },
        {
          "q": "Wo gehen in Physikarbeiten die meisten Punkte verloren?",
          "options": [
            "Beim Kopfrechnen",
            "Bei Einheiten, die nicht in Grundeinheiten umgerechnet wurden",
            "Bei der Schrift",
            "Beim Abschreiben der Aufgabe"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "cm statt m, Minuten statt Sekunden, Gramm statt Kilogramm — die häufigste vermeidbare Fehlerquelle."
        },
        {
          "q": "Warum sollte man erst umstellen und dann einsetzen?",
          "options": [
            "Weil es schneller geht",
            "Weil man mit Buchstaben den Fehler noch finden kann — mit Zahlen versteckt er sich",
            "Weil der Taschenrechner das verlangt",
            "Weil es in der Aufgabe steht"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Eine falsch umgestellte Formel voller Zahlen ist praktisch nicht mehr zu prüfen."
        },
        {
          "q": "Was verrät die Einheitenkontrolle?",
          "options": [
            "Ob man sich verrechnet hat",
            "Ob man den falschen Rechenweg gegangen ist",
            "Wie viele Punkte es gibt",
            "Ob das Ergebnis genau genug ist"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Kommt bei einer Geschwindigkeitsaufgabe m·s statt m/s heraus, ist eine Formel verkehrt herum benutzt worden."
        },
        {
          "q": "Was ist die Grenzfallprobe?",
          "options": [
            "Die Aufgabe zweimal rechnen",
            "Extremwerte einsetzen und prüfen, ob das Ergebnis sinnvoll bleibt",
            "Das Ergebnis runden",
            "Mit dem Nachbarn vergleichen"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Wird die Masse null, muss die Kraft null werden. Kommt Unsinn heraus, steckt ein Fehler in der Formel."
        }
      ],
      "version": "202608041120"
    },
    {
      "id": "m24",
      "icon": "🤯",
      "color": "#845EC2",
      "grade": "extras",
      "title": "Berühmte Denkfehler",
      "subtitle": "Was fast alle falsch erinnern",
      "lessons": [
        {
          "id": "m24l1",
          "title": "Vier Irrtümer über Kräfte und Bewegung",
          "content": [
            "**„Bewegung braucht ständig Kraft.“** Falsch — sie braucht Kraft nur zur Änderung. Ohne Reibung rollt der Ball ewig. Dieser Irrtum ist so hartnäckig, weil die Reibung im Alltag unsichtbar mitspielt.",
            "**„Ein Satellit ist schwerelos, weil dort keine Schwerkraft mehr wirkt.“** Falsch — in der Umlaufbahn wirkt fast die volle Erdanziehung. Die Station fällt ständig um die Erde herum, und alles darin fällt mit. Schwerelosigkeit ist freier Fall, nicht Abwesenheit von Schwerkraft.",
            "**„Beim Kurvenfahren drückt dich eine Kraft nach außen.“** Es gibt keine solche Kraft. Dein Körper will geradeaus weiter (Trägheit), und das Auto zieht dich nach innen. Nach außen drückt nur die Tür — von außen nach innen.",
            "**„Schwere Dinge fallen schneller.“** Nur wegen der Luft. Im Vakuum fallen alle gleich schnell, weil mehr Kraft und mehr Masse sich gegenseitig aufheben. Eine gefaltete Papierkugel und ein flaches Blatt gleicher Masse fallen unterschiedlich — dasselbe Gewicht, andere Luftreibung."
          ],
          "tip": "Schwerelosigkeit im All ist freier Fall, nicht fehlende Schwerkraft. Die ISS fällt ständig um die Erde herum.",
          "summary": [
            "Schwerelosigkeit im All ist freier Fall, nicht fehlende Schwerkraft. Die ISS fällt ständig um die Erde herum."
          ]
        },
        {
          "id": "m24l2",
          "title": "Vier Irrtümer über Wärme, Licht und Schall",
          "content": [
            "**„Ein Pullover wärmt.“** Er erzeugt keine Wärme; er hält deine eigene fest. Deshalb hält derselbe Pullover ein Eis auch länger kalt — er ist eine Isolierschicht, keine Heizung.",
            "**„Metall ist kälter als Holz.“** Bei gleicher Zimmertemperatur haben beide dieselbe Temperatur. Metall fühlt sich kälter an, weil es Wärme schneller aus deiner Hand leitet. Dein Temperatursinn misst keine Temperatur, sondern Wärmefluss.",
            "**„Der Mond leuchtet.“** Er wirft Sonnenlicht zurück. Und die Mondphasen entstehen nicht durch den Erdschatten — sondern dadurch, welcher Teil der beleuchteten Hälfte uns gerade zugewandt ist. Der Erdschatten erzeugt nur die seltene Mondfinsternis.",
            "**„Im Weltraum hört man Explosionen.“** Schall braucht Teilchen. Ohne Luft gibt es kein Geräusch — auch wenn jeder Weltraumfilm etwas anderes zeigt."
          ],
          "tip": "Dein Temperatursinn misst Wärmefluss, nicht Temperatur. Deshalb fühlt sich Metall kälter an als Holz.",
          "summary": [
            "Dein Temperatursinn misst Wärmefluss, nicht Temperatur. Deshalb fühlt sich Metall kälter an als Holz."
          ]
        },
        {
          "id": "m24l3",
          "title": "Vier Irrtümer über Strom und Energie",
          "content": [
            "**„Strom wird verbraucht.“** Nein — es fließt in beiden Leitungen gleich viel. Verbraucht, genauer: umgewandelt, wird **Energie**. Der Begriff „Stromverbrauch“ auf der Rechnung meint in Wahrheit Energieverbrauch in Kilowattstunden.",
            "**„Die Sicherung schützt mich vor einem Stromschlag.“** Nein — sie schützt die Leitung vor Überhitzung und löst weit oberhalb der für Menschen gefährlichen Stromstärke aus. Für den Personenschutz ist der FI-Schalter da.",
            "**„Hohe Spannung ist gefährlich, wenig Spannung nicht.“** Genauer: Gefährlich ist der Strom durch den Körper, und der hängt zusätzlich vom Körperwiderstand ab. Nasse Haut macht aus einer harmlosen Situation eine gefährliche — bei unveränderter Spannung.",
            "**„Ein Gerät im Standby verbraucht nichts.“** Es verbraucht wenig, aber ununterbrochen. Und noch ein hartnäckiger Klassiker zum Schluss: **„Energie erzeugen“** gibt es nicht. Wer behauptet, mehr herauszuholen, als er hineinsteckt, verkauft entweder einen Denkfehler oder einen Betrug — dieser eine Satz aus Modul 15 entlarvt mehr Unsinn als jedes andere Stück Physik."
          ],
          "tip": "Die Stromrechnung zählt Kilowattstunden — also Energie. Der Strom selbst wird nie verbraucht.",
          "summary": [
            "Die Stromrechnung zählt Kilowattstunden — also Energie. Der Strom selbst wird nie verbraucht."
          ]
        }
      ],
      "quiz": [
        {
          "q": "Warum sind Astronauten in der Raumstation schwerelos?",
          "options": [
            "Weil dort keine Schwerkraft mehr wirkt",
            "Weil die Station samt Inhalt ständig um die Erde herum fällt",
            "Weil sie sich zu schnell bewegen",
            "Weil im Vakuum keine Masse existiert"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "In der Umlaufbahn wirkt fast die volle Erdanziehung. Schwerelosigkeit ist freier Fall, nicht Abwesenheit von Schwerkraft."
        },
        {
          "q": "Was passiert beim Kurvenfahren wirklich?",
          "options": [
            "Eine Kraft drückt dich nach außen",
            "Dein Körper will geradeaus weiter, und das Auto zieht dich nach innen",
            "Die Schwerkraft kippt",
            "Der Luftdruck ändert sich"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Es gibt keine nach außen gerichtete Kraft. Die Tür drückt dich von außen nach innen — Trägheit tut den Rest."
        },
        {
          "q": "Warum fühlt sich Metall kälter an als Holz im selben Raum?",
          "options": [
            "Weil es tatsächlich kälter ist",
            "Weil es Wärme schneller aus der Hand leitet — dein Sinn misst Wärmefluss, nicht Temperatur",
            "Weil es glatter ist",
            "Weil es schwerer ist"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Beide haben dieselbe Temperatur. Der Unterschied liegt allein in der Wärmeleitfähigkeit."
        },
        {
          "q": "Was leistet ein Pullover?",
          "options": [
            "Er erzeugt Wärme",
            "Er hält deine eigene Wärme fest — deshalb hält er auch ein Eis länger kalt",
            "Er erhöht die Körpertemperatur",
            "Er reflektiert Wärmestrahlung von außen"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "Eine Isolierschicht wirkt in beide Richtungen. Genau daran erkennt man, dass sie nicht heizt."
        },
        {
          "q": "Was wird laut Stromrechnung tatsächlich abgerechnet?",
          "options": [
            "Der verbrauchte Strom in Ampere",
            "Die umgewandelte Energie in Kilowattstunden",
            "Die Spannung in Volt",
            "Die Anzahl der Geräte"
          ],
          "correct": 1,
          "explain": "In beiden Leitungen fließt gleich viel Strom. Verbraucht — genauer umgewandelt — wird Energie."
        }
      ],
      "version": "202608041120"
    }
  ],
  "scenarios": [
    {
      "id": "s1",
      "icon": "🍎",
      "title": "Der Streit auf dem Schulhof",
      "setting": "Pause. Ein Mitschüler behauptet, ein schwerer Stein falle schneller als ein leichter — er habe es ausprobiert.",
      "npc": "„Ich hab's getestet: Der große Stein war zuerst unten. Also fallen schwere Sachen schneller.“",
      "options": [
        {
          "text": "„Probier's mit einem Blatt Papier und einer zusammengeknüllten Papierkugel — gleiches Gewicht, unterschiedlicher Fall. Dann liegt es an der Luft, nicht am Gewicht.“",
          "quality": "best",
          "feedback": "Genau richtig: Du widerlegst nicht mit einer Behauptung, sondern mit einem Experiment, das die Masse konstant hält und nur die Luftreibung ändert. Das ist physikalisches Argumentieren."
        },
        {
          "text": "„Das stimmt nicht, in der Schule haben wir gelernt, dass alles gleich schnell fällt.“",
          "quality": "ok",
          "feedback": "Inhaltlich richtig, aber du berufst dich auf Autorität statt auf ein Argument. Sein Experiment hat er selbst gesehen — dagegen hilft nur ein besseres Experiment."
        },
        {
          "text": "„Kann sein, du hast es ja ausprobiert.“",
          "quality": "bad",
          "feedback": "Eine Beobachtung ist nicht automatisch eine richtige Erklärung. Er hat richtig beobachtet und falsch geschlossen — genau die Lücke, die Physik schließt."
        }
      ]
    },
    {
      "id": "s2",
      "icon": "📏",
      "title": "Die Messreihe im Unterricht",
      "setting": "Ihr messt zu dritt dieselbe Pendellänge. Ihr bekommt 48,2 cm, 48,4 cm und 61,0 cm.",
      "npc": "Deine Partnerin: „Nehmen wir einfach den Mittelwert von allen dreien, dann passt das schon.“",
      "options": [
        {
          "text": "„Der dritte Wert weicht viel zu stark ab — lass uns die Messung wiederholen, bevor wir mitteln.“",
          "quality": "best",
          "feedback": "Richtig. Ein Ausreißer ist meist kein zufälliger Fehler, sondern ein Fehlgriff — falsch abgelesen oder falsch angesetzt. Mitteln würde ihn in das Ergebnis hineinrechnen."
        },
        {
          "text": "„Wir nehmen den mittleren Wert, 48,4 cm, das ist am sichersten.“",
          "quality": "ok",
          "feedback": "Das Ergebnis wäre brauchbar, aber du weißt nicht, warum der dritte Wert abweicht. Nachmessen kostet dreißig Sekunden und klärt es."
        },
        {
          "text": "„Ja, Mittelwert aus allen drei — 52,5 cm.“",
          "quality": "bad",
          "feedback": "Damit trägst du einen offensichtlichen Fehler ins Ergebnis. Der Mittelwert gleicht zufällige Streuung aus, keinen groben Fehlgriff."
        }
      ]
    },
    {
      "id": "s3",
      "icon": "🔌",
      "title": "Die Lampe leuchtet nicht",
      "setting": "Im Praktikum: Batterie, Schalter, Lampe, zwei Kabel. Der Schalter ist zu, die Lampe bleibt dunkel.",
      "npc": "Dein Partner: „Die Batterie ist leer, wir holen eine neue.“",
      "options": [
        {
          "text": "„Lass uns erst den Kreis durchgehen: Ist er wirklich geschlossen, sitzen beide Kabel fest, ist die Lampe eingeschraubt?“",
          "quality": "best",
          "feedback": "Systematisch statt raten. Ein offener Kreis ist die häufigste Ursache — und du prüfst die billigste Hypothese zuerst, bevor du Material tauschst."
        },
        {
          "text": "„Wir tauschen die Lampe aus, die ist bestimmt durchgebrannt.“",
          "quality": "ok",
          "feedback": "Auch eine Hypothese, aber du wechselst wieder Material statt zu prüfen. Wenn danach immer noch nichts leuchtet, weißt du nicht mehr als vorher."
        },
        {
          "text": "„Wahrscheinlich ist der Versuch falsch aufgebaut, wir fragen die Lehrkraft.“",
          "quality": "bad",
          "feedback": "Möglich, aber du überspringst die eigene Fehlersuche. Genau die ist der Lerninhalt — und dauert hier weniger als eine Minute."
        }
      ]
    },
    {
      "id": "s4",
      "icon": "🚲",
      "title": "Das Ergebnis der Klassenarbeit",
      "setting": "Du hast ausgerechnet, dass ein Fahrrad 4.320 km/h fährt. Noch zwei Minuten Zeit.",
      "npc": "Innere Stimme: „Der Taschenrechner rechnet schon richtig, ich schreib's einfach hin.“",
      "options": [
        {
          "text": "Größenordnung prüfen: Ein Fahrrad fährt keine 4.000 km/h. Wahrscheinlich habe ich mit 3,6 multipliziert statt geteilt — kurz nachrechnen.",
          "quality": "best",
          "feedback": "Perfekt. Die Plausibilitätsprüfung dauert Sekunden und findet genau die Fehlerart, die sonst die ganze Aufgabe kostet — einen falschen Umrechnungsfaktor."
        },
        {
          "text": "Ergebnis hinschreiben und dazuschreiben, dass es unrealistisch wirkt.",
          "quality": "ok",
          "feedback": "Besser als nichts — du zeigst, dass du mitdenkst. Aber du hättest den Fehler in der verbleibenden Zeit auch finden können."
        },
        {
          "text": "Das Ergebnis durch 100 teilen, damit es plausibel aussieht.",
          "quality": "bad",
          "feedback": "Nie ein Ergebnis passend machen. Du weißt dann weder, ob es stimmt, noch wo der Fehler lag — und der Rechenweg widerspricht dem Ergebnis."
        }
      ]
    },
    {
      "id": "s5",
      "icon": "🎧",
      "title": "Kopfhörer im Bus",
      "setting": "Dein Sitznachbar hört mit, was aus deinen Kopfhörern kommt. Der Bus ist laut, du hast deshalb aufgedreht.",
      "npc": "Er: „Krass, ich hör deine Musik komplett mit.“",
      "options": [
        {
          "text": "Leiser drehen — wenn andere mithören, liegt es deutlich über dem, was das Gehör dauerhaft aushält.",
          "quality": "best",
          "feedback": "Richtig, und die Begründung ist die entscheidende: Hörschäden sind nicht heilbar, weil die Haarzellen im Innenohr nicht nachwachsen."
        },
        {
          "text": "Zu Kopfhörern mit besserer Abschirmung wechseln, damit du bei weniger Lautstärke gut hörst.",
          "quality": "ok",
          "feedback": "Das ist die richtige langfristige Lösung — nur hilft sie jetzt gerade nicht. Für diese Fahrt trotzdem leiser drehen."
        },
        {
          "text": "So lassen, es ist ja nur eine kurze Fahrt.",
          "quality": "bad",
          "feedback": "Schäden summieren sich über Jahre und tun im Moment nicht weh. Genau deshalb wird die Belastung so oft unterschätzt."
        }
      ]
    },
    {
      "id": "s6",
      "icon": "🧊",
      "title": "Kalt oder nur kalt angefühlt",
      "setting": "Zwei Gegenstände liegen seit Stunden im selben Zimmer: eine Metallschiene und ein Holzbrett.",
      "npc": "Deine Schwester: „Das Metall ist eiskalt, das Holz ist warm. Fühl mal!“",
      "options": [
        {
          "text": "„Beide haben dieselbe Temperatur — Metall leitet die Wärme nur schneller aus deiner Hand. Wir können es mit einem Thermometer nachmessen.“",
          "quality": "best",
          "feedback": "Genau: Der Temperatursinn misst Wärmefluss, nicht Temperatur. Und du schlägst gleich die Messung vor, die es entscheidet."
        },
        {
          "text": "„Metall fühlt sich immer kälter an, das ist normal.“",
          "quality": "ok",
          "feedback": "Richtig beobachtet, aber ohne Erklärung. Das „Warum“ ist hier der eigentliche Inhalt — und macht es auf andere Fälle übertragbar."
        },
        {
          "text": "„Stimmt, Metall speichert Kälte besser.“",
          "quality": "bad",
          "feedback": "„Kälte speichern“ gibt es nicht — Kälte ist kein Stoff, sondern das Fehlen von Wärme. Metall leitet Wärme gut, das ist der Unterschied."
        }
      ]
    },
    {
      "id": "s7",
      "icon": "🔦",
      "title": "Schattenspiel im Kinderzimmer",
      "setting": "Dein kleiner Bruder wundert sich, warum sein Handschatten mal riesig und mal klein ist.",
      "npc": "Er: „Der Schatten wird größer, wenn ich zur Lampe gehe. Wächst meine Hand dann?“",
      "options": [
        {
          "text": "„Nein — das Licht läuft von der Lampe aus auseinander. Je näher deine Hand an der Lampe ist, desto mehr Strahlen fängt sie ab. Probier's mal mit der Wand.“",
          "quality": "best",
          "feedback": "Erklärung plus sofortiges Nachprüfen. Genau so lernt man Physik: Die Erklärung muss man selbst testen können."
        },
        {
          "text": "„Das ist wie beim Vergrößern — je näher an der Lichtquelle, desto größer der Schatten.“",
          "quality": "ok",
          "feedback": "Die Regel stimmt, aber ohne das Warum bleibt es eine Merkregel. Der Grund — auseinanderlaufende Strahlen — ist das eigentlich Wertvolle."
        },
        {
          "text": "„Der Schatten wird größer, weil die Lampe stärker wird, je näher du kommst.“",
          "quality": "bad",
          "feedback": "Die Lampe ändert sich überhaupt nicht. Solche Erklärungen klingen plausibel und führen später zu handfesten Denkfehlern."
        }
      ]
    },
    {
      "id": "s8",
      "icon": "🛁",
      "title": "Der Föhn im Bad",
      "setting": "Eine Freundin will den Föhn benutzen, während sie noch mit nassen Füßen auf den Fliesen steht — die Steckdose ist alt und hat keinen FI.",
      "npc": "Sie: „Ist doch egal, ich fasse ja nur den Griff an, und der ist aus Plastik.“",
      "options": [
        {
          "text": "„Das Problem ist nicht der Griff, sondern dein Körperwiderstand: Nass fließt bei derselben Spannung viel mehr Strom. Erst abtrocknen, und ohne FI besser gar nicht.“",
          "quality": "best",
          "feedback": "Du nennst den physikalischen Kern (I = U / R) statt nur zu warnen. Und du beziehst dich auf die konkrete Schutzlücke — die fehlende Fehlerstromschutzschaltung."
        },
        {
          "text": "„Im Bad sollte man generell keine Elektrogeräte benutzen.“",
          "quality": "ok",
          "feedback": "Sicher, aber pauschal — moderne Bäder mit FI sind genau dafür ausgelegt. Ohne Begründung wirkt es wie eine Regel zum Ignorieren."
        },
        {
          "text": "„Dann halt den Föhn eben nur am Plastikgriff fest.“",
          "quality": "bad",
          "feedback": "Die Isolierung des Griffs hilft nicht, wenn im Gerät ein Fehler auftritt und der Strom über nasse Füße abfließt. Genau diesen Fall soll der FI abfangen."
        }
      ]
    },
    {
      "id": "s9",
      "icon": "🚗",
      "title": "Zu schnell in der Spielstraße",
      "setting": "Ein Bekannter meint, 50 statt 30 km/h in der Wohnstraße mache kaum einen Unterschied.",
      "npc": "Er: „Sind ja nur 20 km/h mehr, so viel länger wird der Bremsweg schon nicht.“",
      "options": [
        {
          "text": "„Der Bremsweg wächst quadratisch, nicht proportional — und die Bewegungsenergie auch. Aus 50 statt 30 wird fast dreimal so viel Energie beim Aufprall.“",
          "quality": "best",
          "feedback": "Der quadratische Zusammenhang ist genau das, was die Intuition unterschätzt. Und du nennst beides: Bremsweg und Aufprallenergie."
        },
        {
          "text": "„Tempo 30 gilt nun mal dort, das ist Vorschrift.“",
          "quality": "ok",
          "feedback": "Stimmt, überzeugt aber niemanden, der die Regel für willkürlich hält. Die Physik dahinter ist das bessere Argument."
        },
        {
          "text": "„Stimmt schon, ein paar Meter mehr Bremsweg sind zu verkraften.“",
          "quality": "bad",
          "feedback": "Es sind nicht ein paar Meter: Bei fast doppelter Geschwindigkeit wird der Bremsweg etwa dreimal so lang — plus längerer Reaktionsweg."
        }
      ]
    },
    {
      "id": "s10",
      "icon": "🔋",
      "title": "Das Wundergerät im Netz",
      "setting": "In einem Video wird ein Kasten beworben, der „mehr Strom liefert, als er aufnimmt“ und die Stromrechnung halbiere.",
      "npc": "Ein Freund: „Sieht seriös aus, die zeigen sogar Messwerte. Sollen wir uns einen bestellen?“",
      "options": [
        {
          "text": "„Mehr herausholen als hineinstecken widerspricht der Energieerhaltung. Entweder ist die Messung falsch oder es ist Betrug — Video hin oder her.“",
          "quality": "best",
          "feedback": "Ein Naturgesetz schlägt ein Video. Genau das macht Physik im Alltag wertvoll: Du musst die Details gar nicht prüfen, um die Behauptung zu erledigen."
        },
        {
          "text": "„Lass uns Bewertungen und Tests suchen, bevor wir was kaufen.“",
          "quality": "ok",
          "feedback": "Vernünftig — aber hier gar nicht nötig. Die Behauptung ist schon aus prinzipiellen Gründen unmöglich, unabhängig von Bewertungen."
        },
        {
          "text": "„Für den Preis kann man's ja mal ausprobieren.“",
          "quality": "bad",
          "feedback": "Ein Perpetuum mobile gibt es nicht. Das Geld ist weg, und die versprochene Ersparnis kann es prinzipiell nicht geben."
        }
      ]
    },
    {
      "id": "s11",
      "icon": "🌡️",
      "title": "Heizen mit offener Kühlschranktür",
      "setting": "Im Sommer, es ist heiß in der Küche. Jemand schlägt vor, die Kühlschranktür offen zu lassen.",
      "npc": "„Der Kühlschrank macht doch Kälte — dann wird die Küche eben kühler.“",
      "options": [
        {
          "text": "„Umgekehrt: Er pumpt die Wärme nur nach hinten heraus, und der Motor gibt zusätzlich Wärme ab. Unterm Strich wird die Küche wärmer.“",
          "quality": "best",
          "feedback": "Genau. Ein Kühlschrank vernichtet keine Wärme, er verschiebt sie — und die Antriebsenergie landet ebenfalls im Raum."
        },
        {
          "text": "„Das lohnt sich nicht, das kostet nur Strom.“",
          "quality": "ok",
          "feedback": "Richtig im Ergebnis, aber du lässt den entscheidenden Punkt weg: Es kühlt nicht nur nicht — es heizt sogar."
        },
        {
          "text": "„Gute Idee, aber nur kurz, sonst verderben die Lebensmittel.“",
          "quality": "bad",
          "feedback": "Es funktioniert überhaupt nicht, auch nicht kurz. Die Küche wird dadurch wärmer, nicht kühler."
        }
      ]
    },
    {
      "id": "s12",
      "icon": "📚",
      "title": "Formel vergessen",
      "setting": "In der Arbeit brauchst du die Leistung, erinnerst dich aber nicht, ob P = W · t oder P = W / t richtig ist.",
      "npc": "Innere Stimme: „Ich rate einfach, fifty-fifty.“",
      "options": [
        {
          "text": "Über die Einheit gehen: Watt ist Joule pro Sekunde. Also muss Arbeit durch Zeit geteilt werden — P = W / t.",
          "quality": "best",
          "feedback": "Perfekt. Einheiten sind ein eingebauter Formelspeicher: Wer die Einheit kennt, kann die Formel rekonstruieren statt sie zu raten."
        },
        {
          "text": "Über ein Beispiel gehen: Wer länger für dieselbe Arbeit braucht, hat weniger Leistung — also muss durch die Zeit geteilt werden.",
          "quality": "ok",
          "feedback": "Auch ein tragfähiger Weg und völlig richtig. Die Einheitenprobe ist nur noch etwas schneller und immer anwendbar."
        },
        {
          "text": "Die Formel raten und weitermachen, Hauptsache es steht was da.",
          "quality": "bad",
          "feedback": "Mit zwei Kontrollmöglichkeiten in Reichweite ist Raten die schlechteste Wahl — und ein falscher Ansatz kostet die ganze Aufgabe."
        }
      ]
    }
  ],
  "challenges": [
    {
      "icon": "📏",
      "text": "Miss die Länge deines Tisches dreimal hintereinander und schreib alle drei Werte auf. Wie stark weichen sie voneinander ab?",
      "level": "Leicht"
    },
    {
      "icon": "🌑",
      "text": "Halte deine Hand vor eine Lampe und finde die Position, in der ihr Schatten genau doppelt so groß ist wie die Hand selbst.",
      "level": "Leicht"
    },
    {
      "icon": "🪞",
      "text": "Miss mit einem Klebestreifen am Spiegel nach, ob wirklich die halbe Körpergröße reicht, um dich ganz zu sehen.",
      "level": "Leicht"
    },
    {
      "icon": "🧲",
      "text": "Geh mit einem Magneten durch die Wohnung und finde fünf Dinge, an denen er hält — und fünf metallische, an denen er nicht hält.",
      "level": "Leicht"
    },
    {
      "icon": "🥄",
      "text": "Steck einen Löffel schräg in ein Glas Wasser und schau von der Seite. Zeichne, wo der Knick zu sehen ist.",
      "level": "Leicht"
    },
    {
      "icon": "⏱️",
      "text": "Zähl bei einem Gewitter die Sekunden zwischen Blitz und Donner und rechne die Entfernung aus.",
      "level": "Leicht"
    },
    {
      "icon": "🎈",
      "text": "Drück einen Luftballon mit dem Finger und dann mit einem Bleistiftende. Erkläre, warum das eine platzt und das andere nicht.",
      "level": "Leicht"
    },
    {
      "icon": "🧊",
      "text": "Leg einen Eiswürfel auf ein Metallblech und einen auf ein Holzbrett. Welcher schmilzt schneller — und warum?",
      "level": "Leicht"
    },
    {
      "icon": "🔦",
      "text": "Finde in deiner Wohnung drei Lichtquellen und drei beleuchtete Körper. Begründe die Zuordnung.",
      "level": "Leicht"
    },
    {
      "icon": "🪶",
      "text": "Lass ein Blatt Papier und eine daraus geknüllte Kugel gleichzeitig fallen. Gleiches Gewicht — warum kommt eines früher an?",
      "level": "Leicht"
    },
    {
      "icon": "🌳",
      "text": "Bestimme die Höhe eines Baumes oder Laternenmastes mit einem Stock und den beiden Schattenlängen.",
      "level": "Mittel"
    },
    {
      "icon": "⚖️",
      "text": "Baue aus einem Lineal und einem Stift eine Wippe und finde heraus, wie weit ein leichter Gegenstand hinausmuss, um einen schweren auszugleichen.",
      "level": "Mittel"
    },
    {
      "icon": "🛁",
      "text": "Miss mit einem Messbecher, wie viel Wasser ein Gegenstand verdrängt, und berechne daraus seine Dichte.",
      "level": "Mittel"
    },
    {
      "icon": "🔌",
      "text": "Such an drei Geräten die Leistungsangabe in Watt und rechne aus, wie viel Strom jedes bei 230 V zieht.",
      "level": "Mittel"
    },
    {
      "icon": "🚿",
      "text": "Rechne aus, wie viel Energie nötig ist, um 10 Liter Wasser von 15 °C auf 40 °C zu erwärmen.",
      "level": "Mittel"
    },
    {
      "icon": "📉",
      "text": "Zeichne ein Weg-Zeit-Diagramm deines Schulwegs — mit Warten an der Ampel und schnelleren Abschnitten.",
      "level": "Mittel"
    },
    {
      "icon": "🔊",
      "text": "Miss mit einer Stoppuhr, wie lange ein Echo braucht, und schätze daraus die Entfernung zur Wand.",
      "level": "Mittel"
    },
    {
      "icon": "🕯️",
      "text": "Erzeuge mit einer Lupe ein scharfes Bild eines Fensters auf einem Blatt Papier und miss die Brennweite. Nicht in die Sonne schauen.",
      "level": "Mittel"
    },
    {
      "icon": "🧮",
      "text": "Nimm eine Aufgabe aus deinem Physikbuch und löse sie streng nach den fünf Schritten: gesucht, gegeben, Weg, rechnen, prüfen.",
      "level": "Mittel"
    },
    {
      "icon": "❄️",
      "text": "Miss mit einem Thermometer, ob schmelzendes Eiswasser wirklich bei 0 °C stehen bleibt, während du weiter erwärmst.",
      "level": "Mittel"
    },
    {
      "icon": "🔬",
      "text": "Bestimme die Dichte von drei verschiedenen Gegenständen und ordne sie einem Material zu — nur anhand der Zahl.",
      "level": "Schwer"
    },
    {
      "icon": "⚡",
      "text": "Rechne für einen ganzen Tag aus, wie viel elektrische Energie in deinem Zimmer umgesetzt wird, und vergleich es mit dem Zählerstand.",
      "level": "Schwer"
    },
    {
      "icon": "📐",
      "text": "Konstruiere zeichnerisch den Strahlengang einer Sammellinse für einen Gegenstand in doppelter Brennweite.",
      "level": "Schwer"
    },
    {
      "icon": "🚴",
      "text": "Miss deine Beschleunigung beim Anfahren mit dem Fahrrad: Zeit bis 20 km/h stoppen und a ausrechnen.",
      "level": "Schwer"
    },
    {
      "icon": "🏋️",
      "text": "Bestimme deine eigene Leistung beim Treppensteigen: Masse, Höhe, Zeit — und vergleich sie mit einer 100-W-Lampe.",
      "level": "Schwer"
    },
    {
      "icon": "🌡️",
      "text": "Miss, wie schnell eine Tasse heißes Wasser abkühlt, und zeichne die Kurve. Ist sie eine Gerade?",
      "level": "Schwer"
    },
    {
      "icon": "🧵",
      "text": "Baue ein Pendel und finde heraus, wovon seine Schwingungsdauer abhängt — von der Länge, der Masse oder der Auslenkung?",
      "level": "Schwer"
    },
    {
      "icon": "🔁",
      "text": "Suche in einem Werbetext eine physikalisch unmögliche Behauptung und begründe schriftlich, welches Gesetz sie verletzt.",
      "level": "Schwer"
    },
    {
      "icon": "🧯",
      "text": "Erkläre einer erwachsenen Person, warum die Sicherung sie nicht vor einem Stromschlag schützt — und was es dafür braucht.",
      "level": "Schwer"
    },
    {
      "icon": "🎓",
      "text": "Erkläre drei der berühmten Denkfehler aus Modul 24 jemandem, der keine Physik hatte — ohne Formeln.",
      "level": "Schwer"
    }
  ],
  "version": "202608041120"
}